Montag, 17. August 2026 QuellenÜber uns🌓
🇩🇪 DE ▾
EILMELDUNG
Aktuell

Gesellschaft: Agenturchefin: Freude am Job beeinflusst Blick auf Rente

Die Zeit ·
Gesellschaft: Agenturchefin: Freude am Job beeinflusst Blick auf Rente

Die neue Leiterin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Ulrike Mohrs, erwartet einen weiteren Anstieg an Rentnerinnen und Rentnern, die noch arbeiten - aus mehreren Gründen. «Sie werden gebraucht und manche brauchen es für sich selber, auch finanziell», sagte die 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Manche brauchen es auch, um für sich noch eine gewisse Lebensqualität zu haben, im Sinne von: Ich will noch gebraucht werden und sehe, dass ich noch was leisten kann.» Es gebe viele Motivationslagen.

Das Statistische Bundesamt hatte kürzlich bundesweite Zahlen vorgelegt. Demnach berichtete im vergangenen Jahr im Mikrozensus jede siebte Person (14 Prozent) im Alter zwischen 65 und 74 Jahren, dass sie neben einer Altersrente arbeitet. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 13 Prozent gelegen.

Aus den Zahlen geht ebenfalls hervor, dass Jobs unmittelbar nach dem Renteneintritt noch häufiger sind: Im Alter von 65 und 66 Jahren hatten noch 19 Prozent der Rentnerinnen und Rentner einen Job. Dieser Anteil geht mit zunehmendem Alter zurück und betrug für Menschen im Alter von 73 und 74 Jahren noch 8 Prozent.

Bei Menschen, die nicht aus finanzieller Notwendigkeit weiter arbeiten, sieht Mohrs eine gewisse Verbindung zur Zufriedenheit mit dem Job. Wer eine sinnstiftende Arbeit finde, habe in der Regel mehr Freude daran und denke nicht ständig über das Renteneintrittsalter nach. Das zeige, wie wichtig es sei, junge Menschen zu befähigen, Entscheidungen zu treffen, um für sich eine sinnstiftende Tätigkeit zu finden.

«Wenn man etwas mit Freude macht, wenn man etwas gerne macht, dann kann man vielleicht darüber nachdenken, ob man mit 65 noch so viel arbeiten muss, wie mit 30», sagte Mohrs. Aber es gehe vielleicht weniger darum, dass mit 65 definitiv Schluss sein müsse - und das in Zeiten, in denen Menschen 80, 90 oder 100 Jahre alt werden.

Viele Menschen seien gesellschaftlich so sozialisiert, «dass derjenige, der Gewinner ist, der möglichst früh aus dem System rauskommt», so Mohrs. «Und dann ist man draußen und merkt, was man angestellt hat.» Hier wünsche sie sich ein gesellschaftliches Umdenken.

Sie selbst sei bei ihrem Wechsel an die Spitze der Regionaldirektion mit 61 Jahren gefragt worden, warum sie nochmal so ein Risiko eingehe. Sie selbst sei entspannt und sich bewusst, dass sie 40 Jahre Berufserfahrung in die neue Aufgabe einbringen könne und betrachte es als Krönung ihres Berufslebens.

Nach ihrer Einschätzung wissen viele Unternehmen die Qualitäten älterer Mitarbeitender zu schätzen. «Viele Unternehmen haben für sich erkannt, dass die Jungen zwar schneller sind, die Alten aber die Abkürzungen kennen», sagte Mohrs. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Arbeitgeber teurer seien als jüngere.

Nicht mehr auf erfahrene, ältere Mitarbeitende zu setzen, könnten sich Arbeitgeber ohnehin höchstens dann leisten, wenn die Konjunktur schwächele, betonte Mohrs. «Das leiste ich mir nicht, wenn die Konjunktur wieder anzieht, dann bin ich dankbar für jeden, der noch möglichst lange bei mir bleibt.»

Vollständigen Artikel bei Die Zeit lesen ›

5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zeit.de — der Inhalt gehört Die Zeit.

Dieses Thema bei anderen Medien

Mehr von Die Zeit

Alle ansehen ›

Mehr in Aktuell

Alle ansehen ›