Goethe-Institute in Russland geschlossen
Reaktion auf deutsche Strafmaßnahmen Goethe-Institute in Russland geschlossen Stand: 13.09.2026 • 12:26 Uhr
Nach mehr als 30 Jahren endet die Arbeit der Goethe-Institute in Russland. Die drei verbliebenen Standorte sind geschlossen. Moskau reagiert damit auf deutsche Strafmaßnahmen gegen Russland.
Vor über 30 Jahren nahmen die Goethe-Institute in Russland ihre Arbeit auf. Nun sind die drei verbliebenen Standorte in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk geschlossen. Alle Mitarbeitenden mussten auf Anweisung des russischen Außenministeriums ihre Arbeit niederlegen und sollten, sofern sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, bis heute das Land verlassen haben.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte die Maßnahme verhängt. Sie sei eine Reaktion auf die Strafmaßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle. Berlin macht Moskau dafür verantwortlich. Deswegen muss unter anderem das Russische Haus in Berlin seinen Betrieb einstellen.
Lawrow bestritt eine Beteiligung Russlands an dem Drohnenvorfall in Leipzig vehement. Deshalb sei es aus seiner Sicht nur konsequent, dass nun die Goethe-Institute geschlossen würden. Nachdem das russische Kulturzentrum aus Deutschland vertrieben werde, würden natürlich auch die Goethe-Institute geschlossen, sagte Lawrow. Andernfalls würde Russland sich selbst nicht respektieren.
In Unterlagen französischer Behörden wird das Haus als Tarnung für Putins Geheimdienste bezeichnet. mehr
Mehr als drei Jahrzehnte hatten die Goethe-Institute in Russland nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache gefördert. Die Einrichtungen standen auch für den kulturellen Austausch beider Länder und die Vermittlung eines aktuellen Deutschland-Bilds. Bei den Russinnen und Russen erfreuten sie sich großer Beliebtheit, wie eine Umfrage unter Besuchern des Goethe-Instituts in Moskau aus dem Jahr 2011 verdeutlicht.
Eine Besucherin berichtete damals, ihr Mann arbeite in Deutschland, während sie selbst in Moskau arbeite. Gemeinsam mit ihren Kindern reise sie häufig zu ihm. Beide lernten deshalb Deutsch, um sich in Deutschland besser orientieren und sich mit den Deutschen in deren Sprache verständigen zu können. Sie hatte zuvor bereits an verschiedenen Schulen Englisch gelernt. Im Goethe-Institut gefalle es ihr jedoch am besten. Besonders die Lehrmethodik und die Lehrkräfte fänden ihre Zustimmung. Sie finde das Institut "klasse".
Die Sanktionen wegen des Drohnenanschlag in Leipzig/Halle liefen den Interessen des deutschen Volkes zuwider. mehr
Die Arbeit der Goethe-Institute in Russland war allerdings in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt worden. Im Jahr 2023 wurden im Zuge wachsender deutsch-russischer Spannungen - verursacht durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine - viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Russland ausgewiesen. Viele Ortskräfte mussten zudem entlassen werden.
Heike Uhlig, die das Goethe-Institut in Moskau bis 2022 geleitet hatte, bezeichnete die Maßnahmen seinerzeit im Deutschlandfunk als eine Eskalationsstufe, die Auswirkungen auf die Tätigkeit der Institute habe.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.tagesschau.de — der Inhalt gehört Tagesschau (ARD).