"Total verrückt": Eine Deutsche macht in der Machowelt NFL Ansagen
Um die Frage zu beantworten, welche Überschrift sie ihrem aktuellen Leben geben würde, braucht Nadine Nurasyid keine langen Sätze und auch keinerlei bildliche Darstellungen, sondern einfach nur sechs Wörter. "Wild, turbulent und ganz viel Football", sagt die 40-Jährige ohne Zögern und lächelt dabei.
Sie lächelt ohnehin viel, diese Nadine Nurasyid aus München. Aber sie fällt nicht nur wegen ihrer ständigen Fröhlichkeit und guten Laune auf, sondern auch wegen ihrer langen, schwarzen Haare und dem Pferdeschwanz. Denn Nurasyid ist eine Frau unter Männern. Sie hat es geschafft in die Machowelt der National Football League, arbeitet als Assistenz-Trainerin für die Defensive Backs bei den Indianapolis Colts. All dies erleben zu dürfen, sei "total verrückt" und "kaum in Worte zu fassen", betont Nurasyid.
Wenn es ein deutscher Profi in die NFL schafft, dann ist das trotz eines Sebastian Vollmer, der mit den New England Patriots zweimal den Super Bowl gewann, oder eines aktuellen Superstars wie Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions immer noch etwas Besonderes. Als deutsche Frau hingegen einen Job im Kosmos der kräftigen Kerle zu bekommen, ist nahezu ausgeschlossen. Denn die wenigen Positionen, die es für Trainerinnen in der NFL gibt - laut Liga waren es in der vergangenen Saison 15 - sind normalerweise stets US-Amerikanerinnen vorbehalten.
Dass Nurasyid es trotzdem geschafft hat, sei "einfach enorm, Wahnsinn", meint Lorenz Metz. Der Offensive Lineman gehört zum Practice Squad der New England Patriots. Vergangene Saison war er noch bei den Tampa Bay Buccaneers unter Vertrag. Und dort lernte Metz auch Nurasyid kennen, die in der Saisonvorbereitung beim Team aus Florida mitarbeiten und Erfahrungen sammeln durfte. "Sie ist tough, weiß viel über Football, hat eine gute Stimme und kann sich durchsetzen", so der 29-Jährige.
In Tampa habe sie "sehr viel beobachtet" und auch "sehr viel genossen", sagt Nurasyid,. Allerdings war ihr eben auch klar gewesen, dass ihre Zeit bei den Buccaneers nach der Vorbereitung vorbei ist. Nun ist sie in Indianapolis den nächsten Schritt gegangen. Nurasyid ist Festangestellte und hat endlich "die Zukunft, die es vorher nicht gab", wie sie betont.
Dass die Deutsche bei den Colts arbeitet, ist kein Zufall. Die Franchise hat als einzige NFL-Organisation drei Eigentümerinnen. Die Schwestern Carlie Irsay-Gordon, Casey Foyt und Kalen Jackson hatten das Familien-Business nach dem Tod ihres Vaters Jim Irsay im Mai 2025 übernommen. Bereits seit 2023 gibt es bei den Colts ein spezielles Förderprogramm, das Frauen die sperrigen Türen in die NFL öffnen soll. Das diesjährige Stipendium der Harriet P. Irsay Fellowship, benannt nach der Großmutter der drei Besitzerinnen, bekam Nadine Nurasyid.
Es ist die Belohnung für ihren langen und schweren Weg, den sie gegangen ist. Die Belohnung für das stetige gegen-den-Strom-schwimmen, für all ihren Mut und die Risiken. Andere hätten mit "dem Kopf geschüttelt", erinnert sich Nurasyid als sie "unbefristete Jobs" aufgab, um ihrer Leidenschaft, American Football, nachgehen zu können.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.n-tv.de — der Inhalt gehört n-tv.