Große US-Sender schränken Trump-Berichterstattung ein - Protest gegen Hausverbot für CNN
Weniger Berichterstattung über Donald Trump als Mittel des Protests: Nach den Hausverboten für den US-Sender CNN und andere Medien im Weißen Haus haben die größten Fernsehsender der Vereinigten Staaten ihre Berichterstattung über den US-Präsidenten vorerst eingeschränkt.
ABC, CBS, Fox News und NBC erklärten am Montag mit CNN, sie würden vorerst nicht mehr über Trumps Auftritte an seinem Amtssitz berichten.
Mehrere Medien wollen zudem wegen der Hausverbote die US-Regierung verklagen.
Die fünf Sender CNN , ABC, CBS, Fox News und NBC gehören zu einem sogenannten Pool im Weißen Haus, der im Rotationsverfahren Termine des Präsidenten wahrnimmt und auch europäische Medien mit Bildern versorgt. „Keine Regierung darf ein Medienunternehmen einschränken, nur weil sie dessen Berichterstattung missbilligt“, erklärten die Sender.
Trump hatte neben CNN auch dem Sender MS NOW und der zum deutschen Axel-Springer-Verlag gehörenden Plattform Politico den Zutritt zum Weißen Haus untersagt.
Der Präsident begründete dies mit „Falschinformationen“ (fake news) über seine Arbeit.
Für Montag war eigentlich CNN als zuständiger Sender für den TV-Pool des Weißen Hauses vorgesehen.
Infolge des Konflikts fehlte nun sowohl bei der Einweihung des neuen Hubschrauberlandeplatzes am Weißen Haus als auch bei Trumps Reise zur UN-Generaldebatte in New York die Live- Berichterstattung im Fernsehen.
Insbesondere der Boykott durch seinen Haussender Fox News dürfte Trump schmerzen.
Der 80-jährige Präsident ist bekannt dafür, die Berichterstattung über sich auf Fox News intensiv zu verfolgen.
Zudem kommt die Ankündigung zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: In gut sechs Wochen stehen in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress an, bei denen Trumps Republikanern eine Niederlage droht.
Mehrere Medienunternehmen, darunter AFP, beschlossen, Fotos von der Einweihung des neuen Hubschrauberlandeplatzes am Weißen Haus als Geste der Solidarität mit den verbannten Medien nur mit Verzögerung an die Kunden herauszugeben.
CNN, MS NOW und Politico wollen gegen die Hausverbote klagen.
Damit solle der Grundsatz verteidigt werden, „dass die Regierung nicht entscheidet, was die Presse berichtet oder veröffentlicht“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.
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