Erste Studie ihrer Art - Nachtlicht kann Ihren Herzmuskel verformen
Dass Licht in der Nacht den Schlaf stören kann, ist keine neue Erkenntnis. Doch jetzt haben Forscher einen bemerkenswerten Schritt weitergemacht: Sie haben untersucht, was nächtliches Licht nicht nur mit unserem Schlaf, sondern direkt mit dem Herzen macht. Das Ergebnis: Bei Menschen, die nachts mehr Licht ausgesetzt waren, zeigten sich Jahre später im MRT messbare negative Veränderungen der Herzstruktur und Herzfunktion.
Mehr als 11.000 Menschen wurden dafür untersucht. Sie trugen zunächst eine Woche lang einen Sensor am Handgelenk, der festhielt, wie viel Licht nachts auf sie einwirkte. Rund drei Jahre später wurde ihr Herz per MRT untersucht. So konnten die Forscher nicht nur feststellen, ob nächtliches Licht mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko zusammenhängt – sondern auch, wie sich das Herz dabei verändert. Genau darin liegt das Neue der jetzt im „European Heart Journal“ veröffentlichten Studie.
Bei der MRT-Untersuchung zeigte sich: Bei Menschen, die nachts besonders viel Licht ausgesetzt waren, war die linke Herzkammer stärker ausgeprägt, unter anderem mit einer höheren Herzmuskelmasse und dickeren Herzwänden. Gleichzeitig fanden die Forscher Hinweise auf eine schlechtere Herzfunktion. So zog sich der Herzmuskel beim Pumpen weniger kräftig zusammen und es zeigten sich Veränderungen bei der Verformung des Herzmuskels. Auch an der rechten Herzkammer und am linken Vorhof wurden Veränderungen festgestellt.
Die Forscher fanden zudem eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je mehr nächtliches Licht gemessen wurde, desto ungünstiger waren die untersuchten Werte. Ein Teil des Zusammenhangs wurde statistisch durch eine kürzere Schlafdauer vermittelt.
Die Wissenschaftler untersuchten zusätzlich, ob nächtliches Licht mit späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhing. In dieser Auswertung wurden deutlich mehr Menschen einbezogen. In den folgenden acht bis zehn Jahren hatten Menschen mit viel nächtlichem Licht im Vergleich zu Menschen ohne Lichteinwirkung:
Studienleiter Lu Qi bezeichnete die Untersuchung als erste ihrer Art, die mithilfe einer Herz-MRT die Verbindung zwischen nächtlichem Licht und Veränderungen der Herzstruktur und -funktion untersucht. Die Veränderungen seien typisch für Reaktionen auf chronischen Stress oder Verletzungen des Herzens.
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass ein beleuchtetes Schlafzimmer nachweislich Herzkrankheiten verursacht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Forscher selbst schreiben, dass ihre Ergebnisse mögliche Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang liefern, wie nächtliches Licht das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen könnte.
In einem begleitenden Kommentar im „ European Heart Journal “ bewerten Thomas Münzel vom Universitätsklinikum Mainz und seine Kollegen die Ergebnisse deutlich positiver. Sie schreiben, die Studie sei „mehr als nur eine interessante Beobachtung“ und die Dosis-Wirkungs-Beziehung sei eindeutig: Mehr Licht gehe mit schlechteren Ergebnissen einher. Ihre Schlussfolgerung: Dunkelheit sollte als wichtiger Faktor für die Herz-Kreislauf-Gesundheit stärker beachtet werden.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.