Pioniervorhaben: Anlage soll Ost- und Nordsee von Altmunition befreien
Mit einer mobilen Plattform soll erstmals Altmunition aus der Ostsee geborgen werden.
Das Bundesumweltministerium hat nun den Auftrag für den Bau vergeben.
Verrostete Bomben, zerfallene Kisten voller Granaten und mit Algen überzogene Sprengköpfe liegen auf dem Grund von Ost- und Nordsee .
Um diese zu bergen und zu vernichten, hat das Bundesumweltministerium den Bau einer mobilen Entsorgungsanlage auf See in Auftrag gegeben.
Wie das Ministerium in Berlin mitteilte, gefährde die seit Jahrzehnten auf dem Meeresgrund liegende Munition Mensch und Umwelt durch Korrosion und Zerfall erheblich.
Die geplante Plattform wird den Angaben nach weltweit die erste ihrer Art sein. „Mit der heutigen Vergabe gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, unsere Hausmeere systematisch von alter Munition zu befreien“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider.
Mit dem Pioniervorhaben sollten Munitionsaltlasten im großen Stil geborgen und vernichtet werden. „Wir kümmern uns als bislang einziger Staat um eine konkrete Lösung des Problems“, betonte der SPD-Politiker.
Der Auftrag für den Bau geht an die Bietergemeinschaft Dstar, die aus zwei deutschen und einem schwedischen Unternehmen besteht.
Die Anlage könnte nach jetzigen Planungen Ende 2028 fertig gestellt werden, hieß es vom Ministerium.
Die Bergungen sollen in einer erweiterten Pilotphase zunächst in der Ostsee und danach in der Nordsee beginnen.
Rund 1,6 Millionen Tonnen alte Munition in Deutschlands Meeren Auf dem Grund von Nord- und Ostsee lagern laut dem Bundesumweltministerium 1,6 Millionen Tonnen alte Munition.
Die Hüllen rosten, dabei gelangen immer mehr giftige, krebserregende und erbgutschädigende Sprengstoffe ins Wasser.
Sie gefährden Meerestiere und können auch in die Nahrungskette gelangen.
Inzwischen ist für die Ostsee gut dokumentiert, wo welche Altmunition liegt und welche schädlichen Auswirkungen bereits messbar sind.
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