Meinung: Wir sind nicht so wehrlos gegen Russland, wie wir tun
Russland steckt hinter dem Drohnenangriff von Leipzig.
Doch schmerzhafte Maßnahmen muss es nicht fürchten.
Warum die Mär von einem nur „hybriden“ Krieg einzig unseren Feinden nützt.
Carlo Masala brachte die Misere mit der ihm eigenen Nüchternheit am besten auf den Punkt: „Irritierend“, schrieb er nach der Pressekonferenz von Alexander Dobrindt und Johann Wadephul am Mittwoch, „war d ie beständige Betonung von hybrid (bei jedem ein Schnaps und man wäre hackedicht).
“ So oder so ähnlich wie dem Professor der Bundeswehr -Universität München geht es auch anderen Militärexperten. „Die Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4.
August zu verantworten hat“, sagte der Bundesinnenminister.
Aber: „Wir sind nicht im Krieg.“ Sondern: „Wir sind täglich das Ziel hybrider Kriegsführung.“ Mag sein, dass das beruhigend wirken sollte in diesen Tagen nicht enden wollender Meldungen über mysteriöse Drohnenflüge, Sabotage an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen und anderer kritischer Infrastruktur.
An Tagen auch mit Morddrohungen gegen Spitzenleute aus der Verteidigungsindustrie.
Ein unguter Nachgeschmack bleibt trotzdem.
Wie so oft, wenn dieses Wort auftaucht: hybrid, und man den Eindruck hat: Da traut sich jemand nicht, die ganze Wahrheit auszusprechen.
Es liegt also nahe zu fragen: Warum ist dieses Wort in aller Munde? Wem nützt es, von einem „hybriden Angriff“ zu sprechen, obwohl, wie Alexander Dobrindt sagt, die Verantwortung für die Sprengstoffattacke am Leipziger Flughafen (wie für mindestens neun andere Anschläge europaweit in den vergangenen zwei Jahren) klar Russland zuzuordnen ist? Die Antwort ist ernüchternd.
Der Berliner Spagat: Klare Kante zeigen, ohne neue Angriffsfläche zu bieten Natürlich tut die Bundesregierung gut daran, nicht verbal mit dem Säbel zu rasseln.
Sie darf den ohnehin abnehmenden Rückhalt der Bevölkerung für die Ukraine-Unterstützung nicht zusätzlich gefährden.
Und sie muss innenpolitisch eine schwierige Balance finden.
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