CDU: Bringt die CDU noch genug Geduld auf für Friedrich Merz?
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Die CDU erlebt ein Desaster in Mecklenburg-Vorpommern und eine Niederlage gegen die Linke in Berlin. Friedrich Merz hat sich trotzdem festgelegt: auf sich selbst, als Kanzler und Parteichef. Die Frage ist: Wie lange geht das gut?
Von Meredith Haaf , Nicolas Richter , Henrike Roßbach und Jana Stegemann , Schwerin, Berlin
Gegen 21 Uhr hat sich die Wahlparty der CDU im Schweriner „Tanzstudio Schlebusch“ schon nahezu aufgelöst. Das Büffet ist noch prall gefüllt mit Tomate-Mozzarella-Sticks und Gläschen mit Roter Grütze, offensichtlich war kaum jemand in der Laune oder in der Lage, etwas zu essen. Manche harren noch aus, weil der glücklose Spitzenkandidat Daniel Peters angekündigt hatte, später am Abend nochmal vorbeizuschauen. Aber die meisten haben längst genug.
Plötzlich läuft jemand mit seinem Smartphone durch den Raum und ruft: „Vier Komma acht, Vier Komma acht!“ Er hat soeben neue Zahlen im Netz gesehen. 4,8 Prozent - damit wäre die CDU nicht mehr im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Die Zahlen lassen sich zunächst nicht bestätigen. Aber es hört ohnehin kaum noch jemand hin.
Die Niederlage ist so umfassend für die staatstragende Partei CDU, dass es vielen hier längst die Sprache verschlagen hat. Als um 18 Uhr erste Zahlen im Fernsehen genannt wurden, herrschten Betroffenheit und Stille. Die CDU, hieß es da in der ARD, werde es „mutmaßlich“ gerade so in den Landtag schaffen. Wenig später erklärte Spitzenkandidat Peters, er sei emotional sehr angefasst, die Partei befinde sich gerade noch im „Überlebenskampf“, erst später am Abend werde man wissen, ob die CDU es wirklich in den Landtag geschafft habe.
Es gab höflichen Applaus für Peters, aber allen war zu diesem Zeitpunkt klar, dass sie hier gerade exakt das erleben, was der Kanzler und CDU-Vorsitzende kurz zuvor in der Parteizentrale in Berlin „ein Desaster“ genannt hatte . Am Abend verdüsterte sich die Lage sogar noch, als nach Auszählung aller Wahlkreise feststand, dass die CDU erstmals in ihrer Geschichte an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist.
Auch für das Wahlergebnis in Berlin hatte Friedrich Merz bei seinem Auftritt am Abend schon eine Bewertung parat gehabt. „Ordentlich“ sei es ausgefallen, befand er, obwohl die CDU es mit deutlichem Abstand zur Linken nur auf den zweiten Platz geschafft hat.
Vor dem Wahlabend war viel davon die Rede gewesen, was ein schlechtes Wahlergebnis für Merz bedeuten würde. Würde er als Kanzler zurücktreten? Oder vielleicht „nur“ als Parteichef? Am Wahlabend machte er nun deutlich, dass er nichts dergleichen zu tun gedenke. „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld“, sagte Merz stattdessen bei seinem Auftritt. „Ich werde das aufbringen. Als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“
Die entscheidende Frage der kommenden Tage aber dürfte weniger die sein, was Merz alles aufzubringen in der Lage ist.
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