Von Frauen für Frauen - Schutz, Style oder Zyklus – 3 neue Apps speziell für Frauen
Wer kennt ein Problem besser als die Menschen, die selbst davon betroffen sind? Von Mode bis hin zu Menstruationsbeschwerden: Für viele Frauen gehören Themen wie diese zum Alltag. Immer häufiger entstehen daraus auch Geschäftsideen. Zwar ist noch immer nur knapp jede fünfte Startup-Gründung in Deutschland weiblich, doch immer mehr Gründerinnen entwickeln Apps für andere Frauen. Drei davon stellen wir vor.
Viele Frauen erleben Belästigung, Gewalt oder bedrohliche Situationen, melden die Vorfälle aber nie. Genau das will Lydia Ickler (35) ändern. Mit ihrer App „laut.jetzt“ können Betroffene anonym eintragen, was ihnen passiert ist. Auf einer Deutschlandkarte werden die Meldungen sichtbar. Die Idee entstand aus eigenen Erfahrungen.
Mehrfach saß Ickler in der Bahn ein Mann gegenüber, der sich selbst befriedigte. Beim Radfahren belästigte sie ein Autofahrer durchs offene Fenster. Für Ickler sind das keine Einzelfälle, sondern Erlebnisse, die jede Frau kennt: „Wenn wir uns zusammensetzen, kann eigentlich jede von uns mehrere unangenehme Erfahrungen aufzählen.“
Die Berliner Gründerin Celine Leibfried (28) liebt Mode. Doch irgendwie fehlte ihr immer ein Ort, an dem man sich darüber austauschen, neue Marken entdecken und den eigenen Stil besser kennenlernen kann. Deshalb entwickelte sie die App „Unscripted“, über die Nutzerinnen und Nutzer Outfits, Lieblingsstücke, Läden oder Modetrends teilen und entdecken können.
Mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert die App hochgeladene Bilder und erkennt Stilrichtungen sowie persönliche Vorlieben. Nach und nach entsteht eine Abbildung des Geschmacks einer Person mit all ihren Nuancen. Auf dieser Grundlage schlägt sie passende Inhalte, Marken und andere Nutzer vor.
„Ziel der App ist es, Menschen den Zugang zu Mode zu erleichtern und ihnen dabei zu helfen, neue Inspiration zu finden. Es gibt so viele Leute, die Mode lieben und Spaß daran haben, neue Sachen zu finden und über Mode lernen wollen – vor allem Frauen, aber auch Männer“, sagt die Gründerin.
Die Gründerinnen Carina Seliger (30) und Mahja Sarschar (26) wollen Frauen mit Zyklus- und Menstruationsbeschwerden unterstützen. Mit ihrer App femCycle können Nutzerinnen Symptome dokumentieren, individuelle Empfehlungen zur Linderung ihrer Beschwerden erhalten und die Daten als Grundlage für Arztgespräche nutzen.
Die Idee entstand aus der eigenen Krankheitsgeschichte von Seliger. Sie litt seit ihrer ersten Periode unter starken Beschwerden, erhielt jedoch lange keine Hilfe. „Mit femCycle gebe ich meiner eigenen Leidensgeschichte einen Sinn. Denn wir wollen dieses Leid bei anderen Betroffenen verhindern und ihnen die medizinische Unterstützung geben, die sie verdienen, um ein beschwerdefreieres Leben führen zu können“, sagt sie.
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