Mecklenburg-Vorpommern: Im Greifswalder Bodden verendeter Buckelwal wohl an Infektion gestorben
Knapp drei Monate nach dem Tod des von vielen »Timmy« oder »Hope« genannten Buckelwalweibchens ist in der vergangenen Woche im Greifswalder Bodden erneut ein toter Buckelwal gefunden worden. Das Deutsche Meeresmuseum kommt nun auf Grundlage vorläufiger Untersuchungsergebnisse zu dem Schluss, dass das Tier an einer bakteriellen Infektion verendete. Demnach besteht der Verdacht auf eine Sepsis. Es stünden noch Ergebnisse der Untersuchung von Proben aus, etwa zur Art des Bakteriums.
Der Buckelwal war vergangenen Donnerstag zwischen der Insel Rügen und dem Festland auf dem Rücken im Wasser treibend entdeckt worden. Den wahrscheinlichen Todeszeitpunkt gibt das Deutsche Meeresmuseum mit Mittwoch oder Donnerstag vergangener Woche an.
Es handelt sich demnach um ein etwa zehn Meter langes Männchen mit einem Gewicht von sieben Tonnen. Das Alter wird mit drei bis vier Jahren angegeben. Äußerliche Verletzungen etwa von Schiffsschrauben oder Netzen seien nicht gefunden worden.
Allerdings fanden die Wissenschaftler zwei rundliche Öffnungen im hinteren Rückenbereich. Dort befand sich demnach auch ein von innen nach außen ausgetretener Abszess, der vom Knochen bis nach außen reiche. Dortige Wirbelfortsätze waren demnach teils porös. Dazu seien noch weitere ebenfalls mit Eiter gefüllte Abszesse im Bereich der Wirbelsäule und am Kugelgelenk des rechten Flippers, der Brustflosse, entdeckt worden.
Die Haut war den Angaben zufolge von der Kopfspitze bis zur Finne, also der Rückenflosse, rotbräunlich verfärbt. Die obere Hautschicht fehlte großflächig. Der Magen, Dünn- und Dickdarm waren den Untersuchungen zufolge leer. Im Dickdarm habe sich lediglich im hinteren Teil eine geringe Menge bräunlichen Inhalts befunden. Die Fettschicht war den Angaben zufolge sechs Zentimeter dick, was auf eine längere Hungerphase hinweise.
An einer Stelle der Fettschicht, auch Blubber genannt, in der Nähe des linken Schulterblatts, wurde zudem geringer Parasitenbefall festgestellt. Ansonsten sei das Tier parasitenfrei gewesen.
13 Min Zur Merkliste hinzufügen Die Lage am Morgen: Der tote Wal wird aufgeschnitten – und alle dürfen zuschauen Von Philipp Wittrock 7 Min Zur Merkliste hinzufügen 7 Min Zur Merkliste hinzufügen Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee hatte den Wal geborgen. Den Zustand des Kadavers beschrieben die Experten als äußerlich noch frisch. Wegen der hohen Wasser- und Lufttemperatur habe sich das Tier durch die Bildung von Fäulnisgasen aber schon teilweise aufgebläht. Am Freitag habe die Verwesung bereits zur anfangenden Zersetzung der Organe geführt. Gewebeproben des Gehirns, der Lunge und der Nieren konnten den Angaben zufolge nicht mehr entnommen werden.
Die Untersuchung fand am Freitag und Samstag statt, teils bei 30 Grad Celsius, wie eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums sagte. Schatten gab es für die 13 beteiligten Wissenschaftler demnach nicht.
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