Kirche und Fußball: Beten für Königsblau - Älteste Stadion-Kapelle auf Schalke
Schalke-Fans freuen sich seit Monaten auf den Start der Saison; Pessimisten mit einem leicht mulmigen Gefühl.
Da hilft ein Gebet für den Klassenerhalt - in der Arena-Kapelle neben der Mixed-Zone.
Schalke -Stürmer Edin Džeko war beim ersten Besuch tief berührt, Torjäger Kevin Kurányi kam in seiner Schalke-Zeit immer wieder in die Kapelle und auch Gäste-Vertreter wie Ulli Hoeneß oder Rainer Bonhof schauten gern vorbei.
Direkt neben der Mixed-Zone und den Umkleidekabinen der Spieler im zweiten Untergeschoss der Schalke-Arena ist seit 2001 Deutschlands älteste Fußball-Kapelle in einem Bundesliga-Stadion.
Mit dem Wiederaufstieg des Vereins dürften sich dort zahlreiche Fan-Gebete schon erfüllt haben - und nun geht es mit dem Saisonauftakt am Sonntag in Augsburg gleich weiter um den Klassenverbleib.
Gott um Hilfe zu bitten, sei da keineswegs ein unchristlicher Gedanke, sagt der evangelische Pfarrer Ernst-Martin Barth, der die Kapelle zusammen mit seinem katholischen Kollegen Markus Nowag betreut.
Beten um den Klassenverbleib? „Gott ist kein Automat“ Der glühende Schalke-Fan Barth mit Dauerkarte seit 1990 ruft die Gläubigen allerdings nicht ausdrücklich zum Gebet für den Verein auf. „Gott ist kein Automat , in den man das Gebet einwirft, und dann kommen drei Punkte raus“, sagt er. „Und außerdem beten die anderen ja auch um den Sieg.
Das ist 1:1“ Aber dass der Fußball für viele Menschen auf Schalke mindestens so wichtig ist wie die Religion, ist auch Barth klar.
Der 67-jährige Theologe sieht das als Kompromiss: „Schalke ist die Emotion, aus der die Menschen sich Gott nähern können.“ Und nicht umsonst ist seine Stola königsblau.
Altar in der Verlängerung des Anstoßpunktes Der Altar der Kapelle im Herzen der Arena liegt in einer Linie mit dem Anstoßpunkt auf dem Rasen - dazwischen ist der bekannte Spielertunnel im Zechen-Look.
Während es draußen lautstark um Kampf, Erfolg und königsblaue Siege geht, ist die Kapelle eher still, karg und bewusst schlicht in Schwarz und Weiß gehalten.
Etwa 50-60 Besucher passen hinein - sie betreten den Raum durch ein geöffnetes Kreuz.
Hier kommen die Menschen zur Ruhe.
Sogar Kindergartenkinder werden ganz still, erzählt der Pfarrer.
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