Sefe gehörte russischem Gazprom: Deutscher Staatskonzern setzt Gasversorgung aufs Spiel
Nach Russlands Vollinvasion in der Ukraine übernimmt Deutschland die hiesige Gazprom-Tochter. Heute heißt das Gasunternehmen Securing Energy for Europe (Sefe). Doch statt die Versorgung zu sichern, riskiert es ebendiese.
Das staatliche deutsche Gasunternehmen Sefe kauft Gas ein. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist in diesen Tagen eine bedeutsame Nachricht. Denn die hiesigen Gasspeicher sind so leer , dass zumindest in unerwarteten Krisenfällen wie dem Ausfall einer norwegischen Pipeline, extremer Kälte oder ausbleibenden Flüssiggaslieferungen aus den USA ein Gasmangel droht. Extrem teuer würde es dann in jedem Fall.
Ausgerechnet der Speicher von Sefe im niedersächsischen Rehden - der größte in Deutschland - belegt bei den Füllständen bundesweit den drittletzten Platz. Zu weniger als zehn Prozent ist der Speicher befüllt. Dabei wurde die ehemalige Tochter des russischen Gazprom-Konzerns mit der Begründung verstaatlicht, Deutschlands Versorgung mit Gas sicherzustellen.
Einen politischen Eingriff angesichts der niedrigen Füllstände lehnte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bisher vehement ab, sie will den Markt entscheiden lassen. Auch wenn dieser die staatlichen Speichervorgaben nicht erfüllt. Im Fall von Sefe wollte sich aber offenbar sogar Reiche nicht länger mitansehen, dass die Füllstandsvorgaben ignoriert werden - und sprach ein Machtwort . Das Unternehmen ist nicht nur staatlich, sondern hat eine Vorgeschichte: Es gehörte dem russischen Staatskonzern Gazprom.
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