Kriminalität: Aufenthaltstitel gegen Geld? Sachbearbeiterin vor Gericht
Für Papiere sollen fünfstellige Summen geflossen sein.
Eine frühere Sachbearbeiterin der Münchner Ausländerbehörde steht mit ihrem Mann vor Gericht.
Es geht um 85 Fälle.
Sie soll gegen Bargeld Menschen zu einem Aufenthaltsrecht verholfen haben, die Deutschland eigentlich hätten verlassen müssen: Eine frühere Mitarbeiterin des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR) steht seit Montag vor dem Landgericht München I.
Die Staatsanwaltschaft wirft der 37-Jährigen Bestechlichkeit in 85 Fällen vor.
Mit ihr angeklagt ist ihr 34 Jahre alter Mann.
Das Verfahren gegen einen dritten mutmaßlichen Beteiligten wurde laut einem Gerichtssprecher abgetrennt.
Gefälschte Dokumente aus Slowenien Laut Anklage arbeitete die Frau von Juni 2024 bis Mai 2025 in der Abteilung für Aufenthaltsrecht.
Dort soll sie Aufenthaltstitel und Fiktionsbescheinigungen ausgestellt haben, obwohl die Voraussetzungen fehlten.
Mit einer Fiktionsbescheinigung dürfen Menschen vorläufig in Deutschland bleiben, bis die Behörde über ihren Antrag entschieden hat.
Teils fehlten Unterlagen, teils war die Frau gar nicht zuständig.
Das Vier-Augen-Prinzip der Behörde soll sie umgangen haben.
Laut der Anklageschrift sollen die Antragsstellenden in 68 Fällen gefälschte slowenische Aufenthaltstitel vorgelegt haben.
Diese soll der Mitangeklagte zusammen mit einem weiteren Mann beschafft oder hergestellt haben.
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