Azubi im 4. Lehrjahr - Maurice lebt seinen Traum in der Luxus-Werkstatt
Radebeul – Ferrari, Lamborghini, Bentley, Aston Martin und Rolls-Royce. Maurice Noack (20) hat einen Arbeitsplatz, um den ihn wohl viele Autofans in Deutschland beneiden. Er ist im vierten Ausbildungsjahr zum Mechatroniker bei Thomas Exclusive Cars in Radebeul (Sachsen). Und die Meister trauen ihm bereits die wertvollsten Motoren an.
Für Maurice ist der Job ein Traum, der sich kaum nach Arbeit anfühlt. Kein Wunder bei diesem Umfeld: Wer die Hallen des Edel-Händlers betritt, sucht vergeblich nach Ölflecken. Der Boden der insgesamt fünf Werkstätten und einer Aufbereitungshalle ist blitzeblank geputzt. Mit einer klassischen Schrauber-Werkstatt um die Ecke hat das hier nichts zu tun. Wie extrem exklusiv sein Arbeitsplatz ist, zeigt Maurices aktuelles Projekt auf der Hebebühne: Er schraubt derzeit an einem nagelneuen Aston Martin Valhalla! Das Hypercar kostet irre 1,3 Millionen Euro und ist weltweit auf gerade einmal 999 Exemplare streng limitiert. Sein Ausbildungsbetrieb hatte gleich zwei dieser seltenen Sammlerstücke auf einmal im Verkauf stehen!
Doch wer glaubt, dass hier nur mit weißen Handschuhen gearbeitet wird, der irrt. Maurice macht sich trotzdem gern die Finger schmutzig. Ihn reizen besonders die anspruchsvollen Aufgaben. Während ein Zündkerzenwechsel bei normalen Autos in 10 Minuten erledigt ist, braucht Maurice beim Zwölfzylinder auch schon mal bis zu fünf Stunden!
„Um an die Benzinpumpe eines Bentleys zu kommen, baue ich notfalls auch den gesamten Innenbereich aus“, erklärt der Azubi stolz. „Da arbeite ich mich ohne Probleme bis auf das nackte Bodenblech runter.“ Je komplizierter die Technik, desto besser für den PS‑Profi. Nur eine Sache nervt ihn und seine Kollegen gewaltig: der lästige, klassische Reifenwechsel im Herbst und Frühjahr.
Schon als kleiner Junge wollte Maurice nichts anderes, als an Autos zu schrauben. Er hat von Geburt an Benzin im Blut. „Mein Herz schlägt einfach für alles, was Räder hat“, erzählt der Sachse mit leuchtenden Augen. Doch die Luxuskarossen reizen ihn ganz besonders. Der Grund: „Sie sind technisch viel aufwendiger verbaut.“
Auf den Hebebühnen in Radebeul reiht sich der Luxus aneinander. Das Highlight seiner bisherigen Karriere war ein italienischer Supersportler: „Ein Ferrari F40 für fünf Millionen Euro war der teuerste Wagen, vor dem ich bisher stehen durfte“, erinnert sich der 20-Jährige.
In seiner Freizeit mag es der Mechatroniker deutlich bodenständiger: Er fährt einen Audi A4 B5 Avant (1999). Ein treuer Begleiter, auch wenn zwischen seinem Auto und den Luxusschlitten in der Werkstatt Welten liegen. Und noch etwas unterscheidet Maurice vom Trend der modernen Autowelt: Mit E-Autos hat er nichts am Hut. Dem lautlosen Summen kann er nichts abgewinnen. Für den Vollblut-Mechaniker gehört zum echten Handwerk eben Sound, der Geruch von Öl und das Gefühl, wenn pure PS-Power zum Leben erwacht.
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