Löchrig wie Schweizer Käse - Preußens Defensiv-Debakel!
Was Drittligist Münster bei der deutlichen 1:4-Abfuhr im Kölner Sportpark Höhenberg ablieferte, spottete jeder Beschreibung. Statt mit einem Sieg gegen Viktoria auf die Aufstiegsränge vorzustoßen, schmierte die überforderte Truppe von neuem Chefcoach Thomas Wörle (44) auf Platz 12 ab.
Schlimmer noch – in dieser Form muss der Zweitliga-Absteiger sogar höllisch aufpassen, nicht schon frühzeitig in den nächsten Überlebenskampf verwickelt zu werden…
Die bitterste Erkenntnis dieses düsteren Sonntagabends: Mit der Abwehr versagte ausgerechnet der vermeintlich stärkste Mannschaftsteil auf ganzer Linie. Schlafmützig, orientierungslos und zweikampfschwach. Die Hausherren wurden quasi zum Toreschießen eingeladen.
Und hätten ihren Sieg durchaus höher gestalten können. So wurde ein fünfter Treffer der Viktoria (79.) aberkannt, weil der ansonsten gute Japan-Schiri Ryo Tanimoto (40) in dieser Szene zu schnell pfiff. Auf Freistoß entschied und damit den klaren Vorteil unterband.
Preußen-Coach Wörle musste sich nach der Partie erst einmal sammeln. Ehe er offen und ehrlich zugab: „Ich dachte, wir wären in unserer Entwicklung schon ein ganzes Stück weiter. Wir haben uns heute - gerade in der Defensive - Fehler erlaubt, die so nicht passieren dürfen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal vier Gegentore kassiert habe.“
Auch Niko Koulis (27), Kapitän und Chef der Dreierkette, suchte vergeblich nach den passenden Worten: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Obwohl wir genau wussten, was hier in Köln auf uns zukommt, haben wir in vielen Situationen komplett die Orientierung verloren. Die Gegentore sind viel zu einfach gefallen.“
Und dann, mit Blick auf die weit über 2000 mitgereisten Fans: „Mir tut‘s wirklich leid für alle, die uns hierher begleitet und eine echte Heimspiel-Atmosphäre verbreitet haben. Jetzt liegt‘s an uns, sie nächsten Samstag zu Hause mit einem Sieg gegen Havelse zu entschädigen.“
Bis dahin muss aber noch viel Aufräumarbeit geleistet und der eine oder andere seiner Jungs wieder aufgerichtet werden. Wörle: „Das einzig Gute an dieser Niederlage, dass wir daraus viel lernen können. Es ist klar, dass wir Rückschritte erleiden würden. Aber das war nicht das Gesicht, das wir zeigen wollten. Die Art und Weise, wie wir uns wehren, muss eine ganz andere werden.“
Nach wie vor ist allerdings in der Schwebe, ob die Preußen noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen werden. Die Wechselphase endet hierzulande am Dienstagabend um 20 Uhr. Wörle jedenfalls schließt nichts aus, sagt nur achselzuckend: „Warten wir‘s ab.“
Wahrscheinlich hängt alles davon ab, ob Mittelfeldspieler Zidan Sertdemir (21/Vertrag bis 2028/Marktwert: eine Million Euro) auf letzter Rille einen Leihclub findet. Oder womöglich verkauft werden kann. Ebenso würden die Preußen auch „Eigengewächs“ Jakob Korte (23/Marktwert: 175.000 Euro) gerne bei einem anderen Verein zwischenparken, wo er Aussicht auf mehr Einsatzzeiten hat.
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