Wie gefährlich ist es? - So verhalten Sie sich richtig bei Wolfsbegegnung
Wer in Deutschland mit dem Hund spazieren geht oder nachts durch ein Waldgebiet läuft, könnte inzwischen eher einem Wolf begegnen als noch vor wenigen Jahren. Die Tiere breiten sich seit ihrer Rückkehr Ende der 1990er-Jahre wieder stärker aus. Sichtungen gibt es inzwischen nicht mehr nur in abgelegenen Regionen, sondern vereinzelt auch nahe Siedlungen.
Mitte März 2026 wurde in Hamburg erstmals seit der Wiederansiedlung ein Angriff eines frei lebenden Wolfs auf einen Menschen bestätigt. Eine 65-jährige Frau wurde verletzt, nachdem sie offenbar versucht hatte, einem jungen Wolf zu helfen.
Kommt es dennoch zu einer Wolfsbegegnung, rät der „NABU“ gegenüber PETBOOK zu Ruhe und Abstand. Wichtig sei, dem Tier einen Rückzugsweg zu lassen. Wer sich unsicher fühlt, soll sich groß machen, laut sprechen oder klatschen. Auf keinen Fall sollte man panisch weglaufen, sich dem Wolf nähern oder ihn füttern.
Auch Jungtiere sollten niemals angefasst werden. Ebenso raten Experten davon ab, Wurfhöhlen oder Bauten aufzusuchen.
Eine Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) untersuchte Wolfsangriffe weltweit seit 1950. Das Ergebnis: Attacken auf Menschen sind sehr selten.
Zwischen 1950 und 2000 wurden weltweit acht tödliche Wolfsangriffe registriert, zwischen 2002 und 2020 insgesamt 26. Die Forscher verglichen dabei Wolfsbestände in Europa und Nordamerika mit Hunderten Millionen Menschen. Die statistische Wahrscheinlichkeit eines Angriffs liege zwar über null, sei aber extrem niedrig.
78 Prozent der Übergriffe standen laut Studie mit Tollwut in Verbindung. Deutschland gilt dagegen seit 2008 offiziell als tollwutfrei. Weitere Angriffe ereigneten sich meist dort, wo Wölfe kaum natürliche Beute finden oder von Menschen bedrängt wurden.
Wer einen Wolf sieht, sollte die Sichtung der zuständigen Wolfsberatung oder dem Landratsamt melden. Die Hinweise helfen Behörden und Forschern dabei, die Ausbreitung der Tiere besser zu dokumentieren.
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