"Die Schönheit der Distanz": Wie nah darf man sich beim Sterben kommen?
Es sind die Dinge, über die wir nicht nachdenken wollen. Bis sie mit aller Macht in unser Leben treten. Manchmal hätten wir es ahnen, vielleicht sogar wissen können. Manchmal überrascht es uns. Wie das Paar, von dem Nao-Cola Yamazaki erzählt in ihrem kleinen Buch mit viel Inhalt.
Sarah Jessica Parker sagt über dieses Buch: "Eine Hommage an die kleinen Gesten, aus denen die größten Liebesgeschichten entstehen." Das trifft es ganz gut. Denn wenn man sich überlegt, was wohl die Dinge sind, die am wichtigsten werden, wenn man definitiv weiß, dass das Leben bald enden wird, dann kommt man auf die grundlegenden Dinge: Zeit, Zuhören, etwas Schönes, aber nicht Aufwendiges zu essen, gemeinsam lachen, Händchen halten. Jeder, der schon einmal eine Person gepflegt hat, die im Sterben liegt, wird wissen, dass es nicht wichtig ist, ob die Haare frisch gewaschen oder die Nägel perfekt sind, die Schuhe neu oder was "die Leute" wohl denken. Jeder, der schon einmal eine Person gepflegt hat, die im Sterben liegt, weiß, dass es die elementaren, aber insbesondere die einfachen Dinge sind.
Wie in Nao-Cola Yamazakis Buch "Die Schönheit der Distanz". Kann Distanz denn schön sein? Vor allem, wenn man weiß, dass das Leben einer geliebten Person dem Ende entgegengeht? Yamazaki zumindest beschreibt es so, und sagt: "Ich habe das Gefühl, dass es […] nicht nur ein Annähern gibt, sondern dass man auch eine perfekte Distanz wahren kann." Natürlich, man kann anderen zu nahe treten, indem man distanzlos ist. Aber wenn die geliebte Person stirbt, will man dann nicht alle Zeit nutzen, die man noch hat? Wahrscheinlich, aber auch die Zeit, in der man nicht aneinanderklebt, ist wichtig.
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