Aussagen belasten Football-Legende - Neue Entwicklung im Fall um O.J. Simpson (†76)
Dieser Fall wird wohl niemals ruhen. Kaum ein Gerichtsprozess hielt die USA so in Atem wie der um O.J. Simpson (†76) im Jahre 1995. Der ehemalige Football -Star wurde damals beschuldigt, am 12. Juni 1994 seine Ex-Frau Nicole Brown Simpson (†35) und deren Freund Ron Goldman (†25) umgebracht zu haben.
Simpson wurde freigesprochen, musste jedoch nach einem anschließenden Zivilprozess den Familien der Opfer 33,5 Mio. US-Dollar (rund 29,8 Mio. Euro) zahlen. Mordfall und Prozess gingen in die Popkultur ein und wurden in zahlreichen TV-Serien und Dokumentationen behandelt.
Nun sorgt ein Bericht der „New York Times“ für erneuten Wirbel. Darin behauptet Sam Ippolito, dass sein Bruder Joseph Ippolito Simpson beim Doppelmord geholfen habe. Joseph Ippolito war ein mehrfach verurteilter Drogenkurier mit Verbindungen zur Mafia, der im Mai 1994 aus einem Gefängnis im Bundesstaat Florida ausbrach und mit Sam nach Los Angeles flüchtete.
Das Bruderpaar kam bei einer Freundin unter. Laut Sam soll Joseph die Wohnung am Mordabend gegen 18 Uhr verlassen haben. Als er gegen Mitternacht zurückkehrte, habe er ein schweres Objekt in einer Tasche mit sich herumgetragen und Blut an den Händen gehabt.
Anschließend soll sich Joseph seiner Kleidung entledigt und Sam gebeten haben, die Tasche zu entsorgen. Sam will zudem gehört haben, wie Joseph am Abend mit Al Cowlings (79) telefonierte und in diesem Gespräch sagte, dass er Simpson „geholfen“ habe. Cowlings war sowohl mit Simpson als auch mit Ippolito eng befreundet. Der einstige NFL-Profi saß auch am Steuer, als Simpson im weißen Ford Bronco vor der Polizei flüchtete .
Kurz nach der Mordnacht seien die Ippolito-Brüder in Richtung Ostküste aufgebrochen. Auf der Reise habe Sam Joseph zu Simpson befragt. Dieser sei den Fragen jedoch ausgewichen und habe lediglich gesagt, dass er „hinging, um O.J. zu helfen“.
Joseph wurde schließlich im August 1995 in New York wegen seiner Gefängnisflucht festgenommen und half der Polizei anschließend in zahlreichen Fällen als Informant. So offenbar auch im Simpson-Fall.
Der „New York Times“ liegt ein Schreiben der Bundesstaatsanwaltschaft von New York aus dem Jahre 1996 vor. Darin steht: „Ippolito war in viele für den Fall relevante Fakten eingeweiht, darunter Simpsons mutmaßliche häusliche Gewalt, den Drogenkonsum der Simpsons, Simpsons Fluchtversuch vor der Justiz und seine Beseitigung der Tatwaffe.“ Dennoch sagte Ippolito beim Simpson-Prozess nie aus. Er verstarb 2006 in Florida.
Sam Ippolito schilderte der „New York Times“ die Geschehnisse zu Beginn dieses Jahres. Im Sommer verlangte er der Zeitung zufolge jedoch plötzlich Geld und wollte seine Aussagen daraufhin zurückziehen.
Marcia Clark (73), die im Simpson-Prozess als Hauptanklägerin auftrat, sagte der Times zudem, dass sie von Ippolito noch nie gehört habe. Clark: „Hätte jemand mit ihm gesprochen und festgestellt, dass er über relevante und glaubwürdige Informationen verfügte, wäre ich sicherlich darüber informiert worden.“
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