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„Du hast den fucking Krebs überlebt. Mach was aus deinem Leben”, sagte sich John (26) und radelte 8000 Kilometer von Berlin bis nach Indien.

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„Du hast den fucking Krebs überlebt. Mach was aus deinem Leben”, sagte sich John (26) und radelte 8000 Kilometer von Berlin bis nach Indien.

Dabei hatte er eine Radhose, zwei Trikots und eine Unterhose. Einfach war es für den Mann, der offiziell ein Pflegefall und zu 100 Prozent schwerbehindert ist, nicht . Er fand mittendrin einfach nichts zu essen.

Nachdem zwei seiner Mitpatienten verstorben waren, hatte er sich zuvor etwas geschworen: „John, Du hast diesen fucking Krebs überlebt. Mache was aus deinem Leben!“ Er zog also trotzdem durch, weil er für viele Menschen ein Vorbild ist. An eine Situation erinnert sich der neue Ultra-Biker besonders. Eine Mutter eines verstorbenen Kindes sagte zu ihm: „John. Ich sehe mein Kind in dir! Bitte mache immer weiter.“ Und das macht er. John macht immer weiter, weil Krebs nicht das Ende sein muss, sagt er in diesem berührenden und bewegenden Gespräch.

FOCUS online: Herr Müller, Ihr Opa war Alkoholiker, ebenso der Papa. Wie kam es dazu, dass Sie nie einen Tropfen Alkohol angerührt haben, sondern immer nur Sport machten?

John W. Müller: Ich muss vielleicht dazu sagen, dass meine Mama aus der Ukraine kommt, sie kein Wort Deutsch konnte, als sie hierher kam. Im Allgäu hatte sie meinen Vater kennengelernt – und sich bald wieder von ihm getrennt. Meine Mama war daher, seit ich denken kann, immer schon eine große Kämpferin, ich ein kleiner Kämpfer. Als ich zehn Jahre alt war, starb mein Papa. Ich habe also zehn Jahre mit ansehen müssen, wie ich nicht werden wollte.

Mein Vater war ein herzensguter Mensch. An ihm konnte man jedoch genau sehen, was Alkohol mit einem Menschen macht. Alkohol – und auch alle anderen Drogen – machen Menschen kaputt. In den Jahren, als er noch gelebt hat, hatte ich immer das Gefühl, dass ich meine Mama und mich vor Drogen schützen muss. Mein Papa war trotzdem ein Guter.

Ich suche seit jeher die Abenteuer auf dieser Welt. Mit 15 habe ich mein Rad genommen und bin von hier, also von Kempten aus, einmal um den Bodensee gefahren. Ganz ohne Plan. Und auch ganz ohne Kondition (lacht) . 400 Kilometer waren es. Ich habe aber gesehen, dass es geht, wenn man es nur will. Und ich wollte es. Ein Jahr später hat meine Mama das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen. Stundenlang hat sie mir danach erzählt, wie großartig der Jakobsweg doch sei. Okay, dachte ich. Dann mache ich das auch! Meine Mutti war dagegen. Ich hätte kein Geld und keine Ahnung, sagte sie.

Natürlich lief ich einmal quer durch Spanien (lacht). Zusammen mit meinem besten Freund, dem Sven, sind wir 700 Kilometer durch die Sonne gelatscht. Mir hat das alles so gefallen. In den Jahren danach habe ich, weil ich mit 18 nach Ecuador zog, erst den Cotopaxi bestiegen. Das ist mit 5897 Meter einer der höchsten aktiven Vulkane auf diesem Planeten. Anschließend bin ich auf den Mont Blanc gekraxelt, den höchsten Berg der Alpen. Mein Leben war perfekt. Dann bekam ich noch eine Zusage für ein Praktikum im Büro des Vorstandsvorsitzenden von Mercedes-Benz. Wie großartig! Vorher bin ich noch in den Wanderurlaub nach Schweden geflogen. Ich fühlte mich wie in einem Traum…

Es war letzte Abend vor dem Abflug zurück nach Deutschland. Ich lag im Schlafsack, hatte plötzlich an meiner linken Seite unfassbare Schmerzen.

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