„Will zeigen, dass man es mit dieser Krankheit weit schafft”
Alexander Zverev feiert seinen zweiten Grand-Slam-Triumph. Nach seinem ersten großen Titel in Paris setzte sich der 29-Jährige nun auch bei den US Open durch. Im Finale bezwang der deutsche Tennis-Star am 13. September 2026 den US-Amerikaner Ben Shelton in vier Sätzen.
In seiner emotionalen Siegesrede richtete Zverev besondere Worte an seine Mutter Irina. Sie habe trotz seiner Diabetes-Diagnose im Kindesalter stets an seine Karriere geglaubt. „Sie ist die wichtigste und stärkste Person, die ich kenne“, sagte der 29-Jährige.
Zverev lebt seit seiner frühen Kindheit mit Typ-1-Diabetes. Immer wieder kommt es bei seinen Spielen dazu, dass er sich selbst Insulin spritzen muss. Seit 2022 geht er offen mit seiner Diagnose um und hat sogar eine Stiftung für Kinder mit Diabetes Typ 1 gegründet. „Ich will zeigen, dass man es mit dieser Krankheit ganz weit schaffen kann”, erklärt Zverev.
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung , bei der die Regulation des Blutzuckers gestört ist. Dabei spielt das Hormon Insulin eine zentrale Rolle. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und sorgt dafür, dass Zucker aus der Nahrung vom Blut in die Körperzellen gelangt, wo er als Energie genutzt wird. Funktioniert dieser Mechanismus nicht richtig, bleibt zu viel Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Deswegen ist Diabetes auch als Zuckerkrankheit bekannt.
Durch die Erkrankung sind die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht. Ohne eine entsprechende Behandlung spüren Betroffene etwa
Bei stark erhöhten Werten drohen Bewusstseinsstörungen, die bis hin zu einem diabetischen Koma reichen können. Bleibt ein Diabetes viele Jahre unbehandelt , können außerdem langfristige Schäden entstehen. Vor allem kleinen Blutgefäßen, die das Gewebe versorgen, setzt die Krankheit zu. Die Folge können Netzhaut-, Nieren- und Nervenschäden sowie eine schlechte Wundheilung sein, sein. Bei Betroffenen steigt außerdem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Um Symptome und Folgeschäden zu vermeiden, müssen Patienten mit Diabetes Typ 1 mit Insulin selbst gegensteuern. Um die richtige Menge zu kennen, ist es wichtig, die Blutzuckerwerte ständig zu kontrollieren – sie verändern sich durch Essen, Trinken und körperliche Aktivität. Auch die Tageszeit, Medikamente oder hormonelle Schwankungen haben einen Einfluss.
Für Alexander Zverev war lange nicht klar, ob sich der Sport und seine Krankheit zusammenbringen lassen. „Ich hatte meine Probleme mit den Ärzten, weil die mir immer gesagt haben: Leistungssport mit Diabetes ist unmöglich. Auch im Allgemeinen herrschte vor 20, 25 Jahren der Mythos, dass Sport für Diabetiker ungesund oder sogar gefährlich sei”, berichtet der Tennisprofi Ende 2025 in einem Interview mit der „ FAZ “.
Er selbst sagt heute, dass Sport „für Diabetiker das Beste sein kann, was es gibt“ und dabei helfe, den Blutzucker auch ohne Insulin stabiler zu halten.
Im Vergleich zu früher sei die Behandlung außerdem viel besser geworden. Während Patienten in Zverevs Kindheit den Blutzucker noch jedes mal manuell messen mussten, machen moderne Technologien das Leben mit der Krankheit heute viel einfacher.
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