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Technologie

Meta sperrt Werbung für Virginia-Woolf-Theaterstück wegen Feminismus

Der Spiegel Netzwelt ·
Meta sperrt Werbung für Virginia-Woolf-Theaterstück wegen Feminismus

Der Plattformkonzern Meta hat einem spanischen Theater untersagt, auf Instagram und Facebook für eine Bühnenadaption von Virginia Woolfs feministischem Essay »Ein Zimmer für sich allein« zu werben. Das Teatre Raval aus Barcelona teilte die Geschichte unter anderem mit dem Onlinemedium » Publico «, auch der britische »Guardian« berichtete .

»Publico« zufolge wollten die Verantwortlichen des Theaters wie üblich Anzeigen für ihr Stück auf Facebook und Instagram schalten. Kurz darauf erhielten sie demnach eine automatische Nachricht von Meta, in der es hieß: »Wir lehnen Ihre Anzeige ab.« Und gleich im Anschluss: »Es scheint, als würden Sie eine Anzeige zu sozialen Themen, Wahlen oder Politik in der Europäischen Union schalten. Dies verstößt gegen unsere Werberichtlinien.«

Dem »Guardian« zufolge begründete Meta die Entscheidung damit, dass »jede Erwähnung von Bürgerrechten, Feminismus oder sozialen Reformen von unserem automatisierten System in der Regel als ›gesellschaftliches Thema‹ eingestuft und herausgefiltert« werde. Feminismus und soziale Reformen spielen in Woolfs Werk eine zentrale Rolle. Um die Situation zu lösen, empfahl Meta demnach, »Schlüsselwörter« zu entfernen, damit die Werbung nicht den Anschein erwecke, Aktivismus zu fördern.

Meta hat vor rund einem Jahr Anzeigen zu »politischen, wahlbezogenen und gesellschaftlichen Themen« verboten. Grund für die »schwierige Entscheidung« seien neue Transparenzvorgaben der EU, teilte Meta damals mit. Meta-Chef Mark Zuckerberg warf der EU »Zensur« vor.

Die entsprechende EU-Verordnung wiederum soll vor Wahlen für politische Ämter vor ausländischer Einmischung schützen. Plattformen müssen demnach offenlegen, wer die Anzeige finanziert und wie viel sie gekostet hat, zu welchem Zweck sie geschaltet wurde und welche Zielgruppe anvisiert ist.

Meta hält die Anforderungen für »nicht praktikabel« und spricht von rechtlichen Unsicherheiten. Der aktuelle Fall zeigt, wie breit Metas System politische und gesellschaftliche Themen interpretiert.

Die Hauptdarstellerin des Theaterstücks Clara Sanchis sagte der Zeitung » La Vanguardia «, dass sie nicht wüssten, ob die Veröffentlichung der Werbung »wegen des Namens Virginia Woolf oder wegen des Wortes Feminismus oder wegen beidem abgelehnt wurde«. Sie warf Meta vor, »Fortschritte, deren Erreichung Jahrhunderte gedauert hat, aus der Geschichte zu tilgen«.

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