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Mehr Umsatz als Autoindustrie - Das Handwerk! Die unterschätzte Wirtschaftsmacht

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Mehr Umsatz als Autoindustrie - Das Handwerk! Die unterschätzte Wirtschaftsmacht

Stellen Sie sich vor, Deutschlands Handwerker würden morgen nicht zur Arbeit kommen! Auch wenn es nur ein Gedankenspiel ist, die Vorstellung lohnt. Denn viele Menschen denken über das Handwerk erst nach, wenn sie es brauchen. Wenn die Heizung ausfällt. Die Toilettenspülung streikt. Wenn die neue Küche eingebaut werden soll. Oder wenn bei der Terminvereinbarung der Satz fällt: „Den nächsten freien Termin haben wir in drei Monaten.“

Schnell wird klar: Es fehlen Menschen in Berufen, an die die meisten im ersten Moment gar nicht denken. Dabei ist das Handwerk alles andere als eine Nischenbranche. Rund 6,2 Millionen Menschen arbeiten im Handwerk. Mehr als 1,03 Millionen Betriebe erwirtschafteten zuletzt 783 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. „Das Handwerk stellt mehr als jeden achten deutschen Erwerbstätigen“, sagt Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft , zu BILD.

Wie groß die Branche wirklich ist, zeigt ein überraschender Vergleich. „Insgesamt übertrifft das Handwerk Wirtschaftszweige wie die Autoindustrie deutlich, die 2025 auf 534 Milliarden Euro Umsatz und 725.000 Beschäftigte kam.“ Hüther betont zugleich: Das Handwerk ist viel breiter aufgestellt als eine einzelne Branche. Es reicht von Bau und Gesundheit über Lebensmittel bis hin zu privaten Dienstleistungen.

Wie stark das Handwerk in Deutschland verwurzelt ist, zeigt ein Blick auf die Regionen. Die größte Handwerks-Hochburg ist Bayern. Dort kommen 162,5 Handwerksbetriebe auf 10.000 Einwohner. Dahinter folgen Brandenburg und Thüringen. Am Tabellenende stehen Bremen und Hamburg. Dort sind es nur rund 79 Betriebe je 10.000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 124,4.

Natürlich wird das Handwerk morgen nicht stillstehen. Doch viele Menschen kennen die ersten Warnsignale bereits. Der Handwerkertermin? Erst in vier Monaten. Die Dachsanierung? Verschoben. Der Meisterbetrieb im Ort? Findet keinen Nachfolger. Trotzdem sieht der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber im Handwerk eine Schlüsselbranche der kommenden Jahre. „Das Handwerk bietet gerade bei erneuerbaren Energien und Infrastruktur große Chancen“, sagt Weber. Gleichzeitig bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Viele Betriebsinhaber stehen kurz vor dem Ruhestand. Nachfolger fehlen.

Rein rechnerisch entspricht der Jahresumsatz des Handwerks mehr als zwei Milliarden Euro pro Kalendertag. Trotzdem sagt Hüther. „Ein Ausfall des Handwerks für einen Tag hätte sicherlich überschaubare Folgen und wäre schnell aufgeholt.“ Anders sähe es bei einem längeren Stillstand aus. Dann wären Bauwirtschaft, Gesundheitswesen und selbst Teile der Lebensmittelversorgung betroffen.

Zum Glück bleibt das alles Theorie. Die Kräne drehen sich weiter. Die Bäckerei hat geöffnet. Der Friseur schneidet Haare. Die Heizungsbauer fahren ihre Termine an. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was passiert, wenn Deutschlands Handwerker morgen ausfallen? Die entscheidende Frage lautet: Wer macht diese Arbeit morgen noch?

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.

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