Bayern gegen Union: Eine Therapie-Einheit in Sachen Treffsicherheit
Bei Harry Kane ist es immer gut, auf alles vorbereitet zu sein. In erster Linie sollten das die Gegner sein, natürlich. Aber auch der FC Bayern hat in den vergangenen Jahren gelernt, dass der Stürmer Rekorde im Eiltempo knackt.
Am Vorabend des Oktoberfest-Auftaktes in München lag deshalb ein Lebkuchenherz mit der Zuckergussaufschrift „100“ in der Münchner Arena bereit, fehlte Kane doch nur noch ein Törchen in der Bundesliga zu dieser Marke. Dass es beim 7:0 gegen Union dann ein eher schnöder verwandelter Foulelfmeter war, der den Engländer auf Platz eins der nächsten Rangliste katapultierte, ist höchstens ein kleiner Schönheitsfehler.
Nur 98 Partien benötigte er für diese Zahl, 31 weniger als Dieter Müller, der bisher in der Statistik als Spieler geführt wird, der für 100 Tore die wenigsten Bundesliga-Partien benötigte. Es sei „eine große Leistung“, sagte Kane, als er mit dem Lebkuchenherz in der Hand weit nach Mitternacht aus der Kabine kam, „mehr Tore als Spiele zu haben“. Und das musste gefeiert werden.
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Die kleine Kabinenparty dauerte nicht nur wegen Kane besonders lange. Es waren gleich mehrere Reden vor der Mannschaft fällig, ließ der Engländer wissen. Er selbst, klar, auch weil er dem 100. Bundesliga-Tor später auch noch 101. folgen ließ, per Kopfball und somit einer Sturmspitze würdig. Dann Ismael Saibari, der sein erstes Pflichtspieltor für den FC Bayern erzielte. Und, ja, Michael Olise, der selbst dreimal traf, sein erster Hattrick beim deutschen Rekordmeister, und an zwei weiteren Toren beteiligt war.
Weil nun hinlänglich bekannt ist, dass der französische Nationalspieler auf dem Platz zwar vor Kreativität sprüht, aber Worte eher spärlich aus seinem Munde fließen, war auch Olises Ansprache, wie Kane wissen ließ, die kürzeste des Abends. Er lässt lieber andere reden. „Michael ist ein komplettes Paket“, findet Bayern-Trainer Vincent Kompany. „Er spielt seit fast zweieinhalb Jahren auf diesem Niveau.“
Das als Spieler des Spiels eigentlich verpflichtende Interview beim übertragenden Fernsehsender Sky hatte Olise zuvor schon geschwänzt. Er hielt den Pokal in die Kamera, ließ sich zu einem leichten Lächeln hinreißen, machte noch ein Selfie, schnappte sich den Spielball, den er später von seinen Mannschaftskollegen unterschreiben ließ und schickte Jamal Musiala als seinen Vertreter ans Mikrofon.
Der hatte schon auch etwas zu sagen, immerhin war er es, der mit dem 1:0 den bis dahin ganz ordentlich funktionierenden Abwehrriegel der Berliner knackte, selbst seine wohl beste Leistung seit seiner schweren Verletzung im Sommer 2025 bot. „Jedes Spiel ist ein Schritt nach vorne“, sagte er. Aber er habe noch ein paar Schritte vor sich. Noch mehr als über sich musste Musiala allerdings dann doch über Kane („überragender Spieler“) und Olise („überragender Spieler“) reden.
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