Wikinger-Wandlung - Hertha-Legende adelt Thorsteinsson
Erst Flop, jetzt top! Im Sommer 2024 wechselte der Isländer Jon Dagur Thorsteinsson (27) zu Hertha. In 33 Pflichtspielen gelang ihm ein einziges Tor per Elfmeter, dazu kamen zwei Torvorlagen. Der Isländer wurde in der letzten Rückrunde an Brann Bergen (Norwegen) verliehen. Diese Saison holte Hertha ihn zurück – seitdem ist Thorsteinsson kaum wiederzuerkennen. In fünf Pflichtspielen kommt er schon auf ein Tor und drei Vorlagen.
Thorsteinsson ist neben Kapitän Josip Brekalo (28) plötzlich der Star in der Offensive. Sein isländischer Landsmann und Hertha-Legende Jolly Sverrisson (58) strahlt: „Jon hat jetzt die Handbremse gelöst. Diese Leistungsexplosion überrascht mich nicht. Ich freue mich für Jon, den ich in meiner früheren Funktion als Islands U21‑Nationaltrainer trainiert habe. Ein knallharter Wikinger, der immer gewinnen will. Ein echter Teamplayer mit viel Charakter, Kämpferherz und enormer Laufbereitschaft. Sein Fleiß hebt ihn ab. Ein tolles Vorbild auch für die jungen Hertha ‑Spieler. Der ist ein richtig guter Anführer.“
Sverrisson, der von 1995 bis 2003 insgesamt 238 Spiele für Hertha absolvierte, weiter: „Jon brauchte etwas Eingewöhnung in Berlin. Der Neustart für ein halbes Jahr in Norwegen hat ihm gutgetan, weil er dort wieder mehr Spielpraxis erhielt und Selbstvertrauen auftanken konnte. Er hat nie aufgegeben. Man kann hinfallen, muss aber wieder aufstehen. Das zeigt er. Ich hoffe, dass es für ihn und Hertha weiter so aufwärts geht, damit wir am Ende alle feiern können.“
Sverrisson, der mit Hertha 1996/97 eine Aufstiegssaison in die Bundesliga miterlebte, erklärt: „Ich traue Hertha jetzt alles zu! Die Mannschaft spielt überragend, es ist fantastisch, da zuzuschauen. Da ist so viel Leben drin. Jeder läuft für den anderen, ein richtig starkes Team. Das liebt man doch als Zuschauer. Wenn die Stimmung und Dynamik im Stadion so bleibt, kann man alles erreichen. Ein langer Weg, aber der Anfang ist gemacht.“
Im Herbst will Jolly (heute Unternehmer) seine Hertha wieder im Olympiastadion besuchen kommen. Er sagt: „Es wird wieder Zeit! Ich bin Herthaner und werde es immer bleiben. Es war eine geile Zeit mit vielen Erfolgen.“
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