Nach Kopf-ab-Jubel - Ex-BVB-Juwel droht Sperre für vier Spiele
Straßburg/Monaco – Für diese umstrittene Geste scheint er einen teuren Preis bezahlen zu müssen. Monaco-Stürmer und Ex- BVB -Juwel Paris Brunner (20) hatte sein Traumtor am Samstag bei Racing Straßburg (1:1) mit einer Kopf-ab-Geste in Richtung der gegnerischen Fans gefeiert . Dafür droht ihm nun eine Sperre von vier Spielen. Das hat der Nationale Ethikrat (CNE) der Frankreich-Liga der Sportzeitung „L’Equipe“ bestätigt.
Demnach hat das Gremium entschieden, Brunner wegen seines umstrittenen Jubels zum Disziplinarkomitee der Liga vorzuladen. CNE-Präsident Frédéric Thiriez: „Die Stärke des Nationalen Ethikkomitees liegt darin, dass es von sich aus Ermittlungen einleiten kann. Es benötigt weder eine Beschwerde noch einen Schiedsrichterbericht oder einen Bericht eines Delegierten. Es kann dies selbst tun. Genau das haben wir heute getan.“
Weiter erklärt er: „Unserer Ansicht nach könnte das Verhalten des Spielers einen Verstoß gegen den im Ethikkodex verankerten Grundsatz des vorbildlichen Verhaltens darstellen. Ich möchte jedoch klarstellen, dass wir den Fall nicht beurteilen und dass es dem Disziplinarausschuss obliegt, die Fakten zu prüfen und über eine mögliche Sanktion zu entscheiden.“
Laut Artikel 8 der Disziplinarordnung beträgt die Sperre für ein „einschüchterndes/bedrohliches Verhalten“ vier Spiele. Aber: Brunner könnte auch glimpflich davonkommen. Denn stuft das Disziplinarkomitee seinen Kopf-ab-Jubel nur als „exzessives/unangemessenes Verhalten“ ein, wird er nur für ein Spiel gesperrt.
Doch damit nicht genug: Laut „L’Equipe“ musste Brunner wegen der Geste nach dem Training am Montag auch zum Rapport bei den Klub-Bossen. Lokalen Quellen zufolge soll er dabei verständnisvoll reagiert haben.
Nach dem Spiel in Straßburg hatte Brunner gesagt, die heftigen Beleidigungen von den Rängen hätten ihn emotional werden lassen: „Sie haben über meine Familie gesprochen, über meine Mutter, über meinen Vater.“ Und: „Nach dem Tor waren die Emotionen groß, vor allem nach einem Tor wie diesem. Ich wollte nicht respektlos sein. Das geschah in der Hitze des Gefechts. Ich würde nicht sagen, dass ich es bereue, aber das war nicht die Botschaft, die ich vermitteln wollte. Es wurde missverstanden.“
Auch BVB-Boss Lars Ricken (50) kritisierte den Jubel in der BILD-Sendung „Die Lage der Liga“: „Lass Taten sprechen. Alle reden gerade über seine Erfolge, jetzt wird er sogar mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht. Ich glaube, darüber sollte er sich definieren. Nicht über solche Gesten.“
Nach seinem Wechsel 2024 vom BVB zu Monaco und einer Leihe zu Cercle Brügge scheint Brunner im Fürstentum unter Neu-Trainer Filipe Luís endlich den Durchbruch geschafft zu haben. In den ersten sechs Pflichtspielen erzielte er fünf Tore. Doch nun muss er wohl erst mal von der Tribüne zuschauen.
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