News: Hohe Benzinpreise, Merz-Unterstützer in der CDU, Pistorius besucht Hegseth
Für Autofahrer wird die Fahrt zur Tankstelle zunehmend zum Luxustrip – jedenfalls für solche, deren Auto von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Am vergangenen Sonntag kostete der Liter Benzin der Sorte E10 im Schnitt laut ADAC gut 2,27 Euro, mehr als jemals zuvor. Auch Diesel lag mit 2,40 Euro fast beim historischen Höchstpreis. Und das ist wohl längst noch nicht der Gipfel: Experten erwarten, dass der Benzinpreis noch über die 3-Euro-Marke klettern wird.
Meine Kolleginnen und Kollegen aus unserem Crossmedia-Ressort haben sich an einer Tankstelle mit den Kunden unterhalten (das Video sehen Sie hier ). Alle sind frustriert, und ein Kunde stellt eine gute Frage: »Mich würde vor allem interessieren, ob das jetzt Machenschaften der Mineralölindustrie sind oder ob wir das alles nur Trump und seinen Idiotien zu verdanken haben.« Die Antwort lautet: Es liegt wohl an beidem. Aber nicht nur.
Mein Kollege Benedikt Müller-Arnold hat recherchiert, welche Faktoren die Preise an den Zapfsäulen in die Höhe treiben: Erstens sind jetzt schon zwei wichtige Seewege wegen bewaffneter Konflikte blockiert und zwingen die Öltanker aus dem Persischen Golf zu weiten und teuren Umwegen.
Zweitens kann Deutschland seinen Benzin-, Diesel- und Kerosinverbrauch nicht vollständig mit eigenen Raffinerien stillen und muss importieren. Weil aber im Irankrieg einige Anlagen in Saudi-Arabien, Bahrain oder Kuwait beschädigt worden sind, und die Ukraine Raffinerien in Russland ins Visier nimmt, sind die Kapazitäten insgesamt knapp, das treibt den Preis (mehr dazu hier ).
Und drittens profitieren die Ölkonzerne von all dem so kräftig, dass jetzt sogar Markus Söder bereit ist, über die von der SPD geforderte Übergewinnsteuer nachzudenken. Diskutiert wird auch wieder über einen Preisdeckel und Einmalzahlungen für bedürftige Autofahrer (mehr dazu hier ).
Mehr Hintergründe hier: Wie die Ölkrise den Spritpreis treibt – und den Umstieg aufs E-Auto
Seit Tagen beherrscht diese eine große Frage die deutsche Innenpolitik: Stürzt die Union ihren eigenen Bundeskanzler? Das ist nicht unwahrscheinlich, denn in der CDU herrscht nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt große Verunsicherung. Viele Funktionäre und Abgeordnete glauben, dass sich der Abstieg ihrer Partei mit Merz nicht stoppen lässt. In den vergangenen Tagen hat man immer wieder Stimmen gehört, die seinen Rückzug fordern. Allerdings wollen sich längst nicht alle am Abgesang auf den Chef beteiligen. Meine Kollegen Paul-Anton Krüger und Christian Teevs haben sich in der CDU umgehört und mit Christdemokraten gesprochen, die nach wie vor zu Friedrich Merz stehen (mehr dazu hier ).
Zum Beispiel Gitta Connemann, die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, die Merz dafür lobt, dass er Kurs hält bei den angestrebten Reformen seiner Regierung. Auch Daniel Peters, der Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, kritisiert die Debatte über Merz: »Personaldiskussionen lösen keine Probleme.« Ganz ähnlich sagt das auch Boris Rhein, der Ministerpräsident von Hessen.
Und es stimmt ja.
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