Sturzflut im Himalaja: Zahl der Toten in Nepal steigt auf mindestens 270
Nach der Sturzflut im Himalaja ist die Zahl der Toten in Nepal auf mindestens 270 gestiegen. Das teilte die örtliche Polizei nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mit. Die Zahl der Opfer könnte noch deutlich steigen, weil mindestens 1300 Menschen weiter vermisst werden. Darunter sind Hunderte Touristen, auch aus Deutschland.
Im benachbarten Indien geht das Außenministerium nach eigenen Angaben derzeit von 280 Staatsbürgern im Krisengebiet aus, die bislang nicht erreicht werden konnten.
Unterdessen hat die nepalesische Armee nach der Flutkatastrophe Hunderte Menschen ausgeflogen. Unter den 336 Menschen seien auch 45 Ausländer, teilte die Armee auf Facebook mit. Nach Informationen, die über 20 Ausländer vorlagen, waren 11 von ihnen aus Indien, 6 aus China, 2 aus den USA und 2 aus Italien , wie ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte.
Die Armee hatte die Menschen nach eigenen Angaben aus den Gebieten Timure, Dhunche und Mailung aus der Luft evakuiert. 4000 Soldaten seien darüber hinaus an den Such- und Rettungsmaßnahmen beteiligt und leisteten notfallmedizinische Hilfe, hieß es weiter.
Nepals Regierungschef Balendra Shah machte sich am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage. Das ganze Land, Nepalesen auf der ganzen Welt und die internationale Gemeinschaft stünden nach dieser Katastrophe zusammen, erklärte er auf seiner Facebook-Seite. Ins Katastrophengebiet würden zudem Generatoren, mobile Mobilfunkmasten, Medikamente, Zelte und andere Hilfsgüter geliefert.
Hilfsorganisationen kündigten an, schnellstmöglich Unterstützung organisieren zu wollen. Ein erstes Team der Weltgesundheitsorganisation WHO sei mit medizinischer Ausrüstung für rund 10.000 Menschen sowie Zelten und anderen Hilfsgütern vor Ort, teilte das Amt zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) mit. Lastwagen mit Hilfsgütern des Welternährungsprogramms und das Kinderhilfswerks Unicef seien ebenfalls auf dem Weg in die betroffene Region.
1 Min Zur Merkliste hinzufügen Katastrophe in Nepal: Aufnahmen zeigen Wucht der Welle im Himalaja 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen Wand aus Wasser und Geröll: Was die tödliche Sturzflut in Nepal und China ausgelöst haben könnte Von Christoph Seidler 5 Min Zur Merkliste hinzufügen 5 Min Zur Merkliste hinzufügen Die Sturzflut hatte am Mittwoch den Distrikt Rasuwa im Norden Nepals überrollt und massive Schäden angerichtet. Besonders betroffen sind drei Orte nahe der Grenze zu China. Bilder zeigten, wie Häuser, Straßen, Brücken sowie ganze Wasserkraftwerke von den Wassermassen zerstört oder schwer beschädigt wurden. Mehr über die Hintergründe und möglichen Ursachen der Katastrophe im Himalaja lesen Sie hier.
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