Laura K. Field: »Immer neue Wellen der Radikalisierung zerreiben die Bewegung«
Laura Fields Buch »Wütende Geister: Die Entstehung der MAGA-Rechten« erschien im November 2025 und hat seitdem mehrere große US‑Buchpreise gewonnen. Die Politologin forscht am Niskanen Center und am Brookings Institute und berät die Georgetown University in Washington D. C.
DIE ZEIT : Ms. Field, noch immer glauben viele, die Maga-Bewegung sei bloßer Populismus, der nur auf den Bauch zielt, nicht auf den Kopf. Mögen Sie den Gegenbeweis antreten?
Laura K. Field : Ich kann den Impuls verstehen, vor allem, weil Donald Trump so eindeutig unintellektuell ist, und weil er nicht wirklich liest, keine Bücher, kaum etwas. Trotzdem ist das eine falsche Sicht, und sie ist auch naiv. Natürlich zielt Populismus auf Triebe, aber dort, wo er erfolgreich ist, zieht er eben auch eine Menge kluger Leute an, die an die Macht wollen. In dieser Hinsicht hat Trump der Bewegung einen großen Dienst erwiesen: Sein erratischer Charakter, sein Mangel an kohärenter Ideologie, sein Sensationalismus wirkten wie Camouflage für all diese radikalen Intellektuellen. Kaum jemand hat diese Leute kommen sehen, hat erkannt, wie gefährlich sie sind, weil alle immer nur auf Trump gestarrt haben – ich nehme mich selbst da gar nicht aus.
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