Wandern: Warum Bären-Glöckchen die Tiere anlocken statt sie zu vertreiben
Bärenglocken sollen Wanderer vor gefährlichen Begegnungen mit den Tieren schützen.
Doch der vermeintliche Warnton schreckt Bären nicht immer ab – im Gegenteil.
Für den Fall einer Bärenbegegnung gibt es im Englischen einen schönen Merkspruch: „If it's black – fight back, if it's brown – lay down, if it's white – say good night“ .
Er bedeutet so viel wie: Schwarzbären sind harmlos, Braunbären gefährlich und Eisbären tödlich.
Zwei der drei Arten kommen in Europa nicht vor, nur der Braunbär ist hier heimisch.
Einem Exemplar beim Wandern über den Weg zu laufen, kann also durchaus vorkommen.
Grundsätzlich sind Braunbären eher scheu, aber wenn sie sich bedroht fühlen oder plötzlich auf Menschen treffen, können sie gefährlich werden.
Vorsichtige Gemüter befestigen deshalb eine kleine Glocke am Rucksack.
Sie soll die Tiere rechtzeitig auf die menschliche Anwesenheit aufmerksam machen.
Verschreckt die Glocke nun Bären oder nicht? Die Idee klingt einleuchtend: Wer sich in einem Bärengebiet durch Geräusche bemerkbar macht, verhindert im besten Fall eine böse Begegnung.
Das regelmäßige Klingeln soll dem Tier signalisieren: „Hier kommt ein Mensch.“ Der Bär hat dadurch Gelegenheit, sich zurückzuziehen, bevor es zu einem Aufeinandertreffen kommt.
Lange galt die Bärenglocke als bewährtes Mittel.
Eine Studie aus dem US‑amerikanischen Glacier-Nationalpark schien ihre Wirksamkeit zu bestätigen.
Bei der Auswertung der dort registrierten Bärenangriffe stellten die Wissenschaftler fest, dass nur Menschen ohne Glocke attackiert worden waren.
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