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Politik

Berlin Abgeordnetenhauswahl 2026: Spitzenkandidaten geben ihre Stimme ab

Der Spiegel Politik ·
Berlin Abgeordnetenhauswahl 2026: Spitzenkandidaten geben ihre Stimme ab

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben. Werner Graf von den Grünen und Steffen Krach von der SPD wählten am Sonntag im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. CDU -Spitzenkandidat Stefan Evers besuchte am Mittag sein Wahllokal in Friedrichshain, die Linken-Kandidatin Elif Eralp wollte nicht öffentlich wählen.

Rund zweieinhalb Millionen Menschen sind in der Bundeshauptstadt bis 18.00 Uhr dazu aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Dem Landeswahlleiter Stephan Bröchler zufolge zeichnet sich ein hoher Anteil an Briefwählern ab. Die Bezirkswahlämter stellten nach Angaben vom Samstag über 800.000 Wahlscheine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aus und damit für rund ein Drittel der Wahlberechtigten.

5 Min Zur Merkliste hinzufügen Auch 16- und 17-Jährige dürfen wählen Insgesamt sei der Wahlbetrieb gut angelaufen. »Bislang läuft es sehr ruhig«, sagte Bröchler der Deutschen Presse-Agentur. An einigen Wahllokalen seien allerdings Graffitis oder Schmierereien entdeckt worden, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. Diese seien nach Möglichkeit entfernt worden. Bei der Stimmabgabe im Wahllokal sind keine politischen Bekenntnisse erlaubt, wie die Landeswahlleitung erklärte. »Wahllokale sind kein Ort parteipolitischer Manifestationen«, so Bröchler. Das gelte nicht nur für Wählerinnen und Wähler, sondern auch für die Wahlhelfer im Wahllokal.

Als politische Manifestationen können etwa Äußerungen zugunsten einer Partei, aber auch Plakate, Kleidungsstücke, Aufkleber oder Symbole gewertet werden. Betreffende können des Wahllokals verwiesen werden. Nach dem Landeswahlgesetz sind in einem Radius von 30 Metern auch keine größeren Kundgebungen vor Wahllokalen zugelassen.

In diesem Jahr sind rund 55.500 Menschen mehr wahlberechtigt als bei der Wahl im Jahr 2023. Die Zunahme geht laut Landeswahlleitung darauf zurück, dass erstmals auch 16- und 17-Jährige wählen dürfen.

Die Umfragen sagen ein enges Rennen zwischen der regierenden CDU und der oppositionellen Linken voraus. Die Christdemokraten erreichten zuletzt in den Umfragen 20 Prozent, die Linke 20 bis 22 Prozent. Die Grünen kamen auf 15 bis 16 Prozent, die SPD lag bei zwölf Prozent. Beide Parteien könnten mitregieren, falls wie erwartet ein Dreierbündnis nötig wird.

Die AfD wurde in den Umfragen bei 18 Prozent gesehen. Um den Einzug in das Abgeordnetenhaus zittern muss das BSW, das in den Umfragen bei vier bis fünf Prozent lag. Die 2023 ausgeschiedene FDP wurde bei maximal drei Prozent gesehen.

Derzeit regiert in Berlin eine Koalition aus CDU und SPD. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kandidiert nach Kritik an seiner Krisenkommunikation infolge eines tagelangen großen Stromausfalls nicht erneut.

Parallel zur Abgeordnetenhauswahl werden in Berlin auch die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt – die wiederum die Bezirksbürgermeister wählen. Hier liegt die Hürde für den Einzug in die Parlamente im Gegensatz zur Landesebene nicht bei fünf, sondern bei drei Prozent.

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