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Dritter Malaria-Toter in Frankfurt - was ist bekannt?

Frankfurter Allgemeine Zeitung ·
Dritter Malaria-Toter in Frankfurt - was ist bekannt?

Erneut ist ein Mensch in Frankfurt an Malaria gestorben. Es ist das dritte Todesopfer im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Wie häufig kommt so etwas vor - und was bedeutet das für Menschen, die in der Nähe von Flughäfen wohnen?

Nach Angaben der Stadt sind acht Malaria-Infektionen bekannt. Drei Menschen starben.

Im Sommer hatten sich sechs Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers Fraport mit der Krankheit infiziert - zwei starben. Am Dienstag wurden zwei Infizierte im Stadtteil Schwanheim gemeldet, der etwa fünf Kilometer vom Flughafen entfernt liegt - eine Person starb. Eine weitere wurde am Donnerstag noch in einer Klinik behandelt.

Ursache sollen laut Gesundheitsamt Anopheles-Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit einem Flugzeug nach Frankfurt kamen.

Die beiden Betroffenen in Schwanheim waren nicht im Ausland und arbeiten nicht am Flughafen. Dennoch geht das Gesundheitsamt davon aus, dass die Überträger-Mücke vom Flughafen kam und es sich ebenfalls um sogenannte Flughafen-Malaria handelt.

Ob die Frankfurter Fälle zusammenhängen, wird nach Angaben des Gesundheitsamts noch untersucht: „Spezialuntersuchungen im Labor können Hinweise darauf liefern, ob die Infektionen auf eine Erregerquelle zurückzuführen sind.“

Dass solche Mücken sich um einen Flughafen in einem Radius von mehreren Kilometern bewegen, geschehe ganz selten, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann.

Bürger sollten sich keine Sorgen machen, aber aufmerksam sein bei Symptomen, erklärte er. „Dies gilt insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen.»

Symptome sind neben Fieber unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Wichtig ist, möglichst früh einen Arzt aufzusuchen.

Im jetzigen Fall sind Anwohner des Flughafens betroffen, zuvor waren es Mitarbeiter des Betreibers Fraport. Weil sie vorher nicht in Malaria-Gebieten waren, lag der Verdacht auf die Erkrankung nicht nahe.

„Eine fehlende Tropenreise bei Erkrankten kann dazu führen, dass die Diagnose erst verzögert gestellt wird. Eine verspätete Diagnosestellung erhöht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf“, heißt es vom Robert Koch-Institut (RKI).

Daher ruft das Frankfurter Gesundheitsamt Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei solchen Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Die Diagnose könne per Schnelltest erfolgen.

Die Inkubationszeit nach einem Mückenstich beträgt 7 bis 15 Tage. Häufig würden die ersten Anzeichen als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert, wie es beim RKI heißt.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Bei Flughafen-Malaria gelangt die infizierte Mücke auf dem Luftweg etwa im Gepäckraum nach Deutschland. Möglich ist auch, dass eine Mücke in einem transportierten Koffer überlebt.

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