Wahlkampf: Gratis-Eis und Haustürwahlkampf: Grünen-Chef im MV-Endspurt
Weniger Anfeindungen, aber weiterhin Personalmangel - in den ostdeutschen Bundesländern haben es die Grünen schwer.
In Mecklenburg-Vorpommern setzen sie vor allem auf Nähe.
Erst schaut die ältere Frau an der Haustür perplex.
Doch kaum hat sich Grünen- Chef Felix Banaszak vorgestellt, bricht sich Begeisterung Bahn. „Die Grünen sind perfekt!“, verkündet sie. „Bei mir ist das schon gebongt und bei meinem großen Enkel auch.“ Lohnt sich das Klinkenputzen hier im gepflegten Rostocker Osten wirklich? Lohnt sich das hier? An den Haustüren wird Banaszak oft warm, manchmal distanziert, aber nie ernstlich unhöflich empfangen.
Der Ortsteil Brinckmansdorf - verklinkerte Reihenhäuser, Vorgärten von akkurat getrimmt bis liebevoll verwildert, Obstbäume, die sich unter ihrer Last biegen - wirkt nicht wie ein Ort, an dem noch viele überzeugt werden müssten, grün zu wählen.
Doch, sagt Banaszak. „Das ist genau die Situation, für die man Haustürwahlkampf macht.“ Er hat gerade wieder eine Frau um die Zweitstimme gebeten, die über den Anteil der Parteien im Landtag entscheidet.
Für die Grünen, die in Umfragen an der entscheidenden Fünf-Prozent-Hürde entlang schrammen, geht es sogar um den Einzug in den Landtag. „Ich schau' mal, was ich machen kann“, verspricht sie, und Banaszak zieht hochzufrieden von dannen.
Wer einer Partei so gar nichts abgewinnen könne, werde auf den letzten Metern nicht mehr überzeugt.
Aber die Zweifler oder die, die sich noch einen Schubs geben müssen, um wählen zu gehen, die könne man erreichen.
Komplizierte Rechnung für den Wähler Die Rechnung, die die Grünen ihren potenziellen Wählern in Mecklenburg-Vorpommern präsentieren, geht so: Es geht nicht um das Duell zwischen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihrem AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm.
Damit erstere genug Stimmen hat für eine stabile Regierung, brauche sie neben den Linken auch die Grünen.
Das stimmt nicht uneingeschränkt: Wenn weniger kleinere Parteien es in den Landtag schaffen, könnte es auch für eine Koalition aus SPD und Linken reichen - denn dann entfallen die verfügbaren Sitze auf weniger Parteien.
Aber wer sich ein linkes Bündnis wünsche, der spiele auf Risiko, wenn er davon ausgehe, dass es etwa das BSW nicht in den Schweriner Landtag schafft, argumentieren die Grünen.
Und so werben sie für sich nicht nur als Klimaschützer, sondern auch als Stabilitätsgarant.
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