Militärzeitung »Stars and Stripes«: Journalisten klagen gegen Entlassung durch Pentagon
Nach der Entlassung führender Mitarbeiter der Militärzeitung Stars and Stripes durch das US-Verteidigungsministerium haben die drei Betroffenen Klage dagegen eingereicht. Wie aus einer Klageschrift hervorgeht, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, werfen Chefredakteur Erik Slavin, der langjährige Herausgeber Max Lederer und die für den Nahen Osten zuständige Korrespondentin Lara Korte dem Pentagon eine »eklatante Verletzung« ihres in der US-Verfassung verbrieften Rechts auf freie Meinungsäußerung vor.
In der bei einem Bundesgericht in der Hauptstadt Washington eingereichten Klage, die sich unter anderem gegen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth richtet, ist von »außerordentlichen Zensurbemühungen« die Rede. Die drei Kläger betrachten demnach ihre Kündigung als rechtswidrig und fordern ihre Wiedereinstellung.
Laut der Klage war zunächst am 12. August Lederer vom Pentagon angewiesen worden, Slavin und Korte angesichts ihrer Äußerungen in einem CBS-Interview über die redaktionelle Unabhängigkeit von Stars and Stripes wegen »Ungehorsams« zu entlassen. Am 21. August wurden schließlich alle drei entlassen.
Am 11. August hatte Stars and Stripes über die prekären Bedingungen für die Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln berichtet. Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Nahost-Krisenregion und Berichte über unhaltbare Zustände an Bord hatten für Kritik am Kurs von Präsident Donald Trump im Krieg gegen den Iran gesorgt.
Stars and Stripes berichtet seit den 1860er Jahren über Militärthemen. Das Blatt wird zwar vom Verteidigungsministerium finanziert, arbeitet redaktionell jedoch traditionell unabhängig.
Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump geht die Regierung zunehmend restriktiv gegen Medien vor. Dazu gehört auch, dass das Verteidigungsministerium bereits bestehende Restriktionen für Journalisten im Juni nochmals verschärfte . Das von dem Republikaner Pete Hegseth geführte Verteidigungsministerium hatte in diesem Jahr mitgeteilt, es wolle die Berichterstattung von Stars and Stripes von sogenannten »woken Ablenkungen« wegführen.
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