Antisemitische Vorfälle: Antisemitismus prägt Alltag – Experten besorgt über Anstieg
Ein junger Mann wird in Erfurt wegen einer Davidsternkette brutal attackiert.
Warum antisemitische Beleidigungen und Kommentare in Thüringen inzwischen keine Randphänomene mehr sind.
Antisemitismus hat sich in Thüringen nach Einschätzung von Experten auf einem sehr hohen Niveau verfestigt.
Der Antisemitismus sei inzwischen alltagsprägend für viele Betroffene im Freistaat, sagte Timo Galki, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Thüringen bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts.
Demnach wurden im vergangenen Jahr 418 antisemitische Vorfälle im Freistaat gemeldet und damit so viele wie noch nie seit Bestehen der Meldestelle im Jahr 2021.
2024 wurden 392 derartiger Fälle verzeichnet.
Die meisten Vorkommnisse entfielen mit 350 in die Kategorie verletzendes Verhalten - dazu zählen antisemitische Beleidigungen, Kommentare oder Schmierereien.
Außerdem wurden unter anderem 45 Sachbeschädigungen, zehn Bedrohungen und vier Angriffe verzeichnet, sagte Galki.
Der schwerste tätliche Angriff war im September vergangenen Jahres in Erfurt , als ein junger Mann mit einer Davidsternkette mehrfach geschlagen und verletzt wurde.
Erinnerungskultur gezielt angegriffen Der Großteil der gemeldeten Vorfälle werde dem israelbezogenen Antisemitismus zugeordnet.
Die Stadt Jena sei auch im vergangenen Jahr ein Zentrum des antiisraelischen Aktivismus in Thüringen gewesen.
Galki verwies zugleich darauf, dass es einen Anstieg der antisemitischen Fälle mit rechtsextremem Hintergrund gegeben habe.
Hier wurden 103 Taten gezählt, nach Angaben der Meldestelle war das ein Anstieg um 10,3 Prozent.
So habe es erneut zahlreiche gezielte Angriffe auf die Erinnerungskultur gegeben, mit denen die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit infrage gestellt worden sei, sagte Galki.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.