4 Spiele, 4 Niederlagen - 4 Gründe für den Eta-Stotterstart
Null Punkte, vorletzter Platz nach vier Spieltagen! Das ist das genaue Gegenteil von dem, was sich Marie-Louise Eta (35) und die Union-Frauen im zweiten Jahr in der Bundesliga vorgenommen hatten. Das ausgegebene Ziel: oberes Tabellendrittel. BILD verrät, warum der Saisonstart bislang missglückt ist.
Nicht nur Eta (bevor sie als erste Bundesliga-Trainerin in die Geschichte einging, trainierte sie die U19-Junioren) ist neu bei der Mannschaft. Auch sieben Spielerinnen kamen im Sommer dazu. Einige von ihnen sollen in Zukunft wichtige Rollen übernehmen. Das geht nicht von heute auf morgen. Eta zu BILD: „Wir haben schon einige Veränderungen erlebt, sowohl im Kader als auch im Trainerteam. Auch wenn man sich vorher kannte, ist vieles neu: eine andere Situation, eine andere Ansprache und teilweise auch andere inhaltliche Anforderungen. Solche Prozesse brauchen Zeit. Ich finde aber, dass in unserem Auftaktprogramm nicht alles schlecht war. Trotzdem hatten wir uns natürlich mehr vorgenommen.“
Die Mannschaft knickt nach Gegentoren ein und findet nur schwer zurück ins Spiel. Auch Eta spricht das Thema immer wieder an. Im Training fordert sie lautstark Reaktionen ein. Beim 0:3 in Köln schaffte es Union nach dem Patzer von Torhüterin Nadine Böhi (22) nicht mehr, sich zu stabilisieren. Eta: „Es geht jetzt genau um diesen Umgang mit Rückschlägen. Wir sind aktuell in einer Phase mit Niederlagen. Da ist es wichtig, Fehler zu akzeptieren, trotzdem mutig zu bleiben, den Ball wieder zu fordern und gegen den Ball alles zu investieren.“
Was langfristig ein Vorteil sein kann, ist aktuell eher eine Herausforderung. Der Kader besteht aus vielen talentierten jungen Spielerinnen. Mit durchschnittlich nur 23 Jahren stellt Union einen der jüngsten Kader der Liga. Viele Talente, wenig Erfahrung. Eta: „Wir wussten, dass es ein Prozess wird. Natürlich macht es die aktuelle Situation nicht leichter. Aber man schafft es nur, wenn man das gemeinsam angeht, offen miteinander spricht, die Dinge klar anspricht und dann wieder ins Handeln kommt. Gleichzeitig ist es wichtig, in so einer Phase nach vorne zu schauen.“
Nicht mehr ganz so dramatisch wie in der vergangenen Saison. Dennoch machen sich die Ausfälle bemerkbar. Cara Bösl (29) und Hannah Eurlings (23) laborieren weiter an langwierigen Verletzungen. Hoffnung macht dagegen Dina Orschmann (29), die nach ihrer Verletzung wieder auf dem Trainingsplatz steht und dringend gebraucht wird. Eta: „Es ist schön, dass sie wieder auf dem Platz steht. Mit ihrer Erfahrung ist sie eine Spielerin, die uns sehr hilft. Sportlich braucht sie natürlich noch etwas Zeit und weitere gute Trainingseinheiten. In den kommenden Spielen wird sich zeigen, wann sie ihre ersten Minuten bekommt.“
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