„Talking Tilly“ - Tilly Norwood möchte jetzt mit Ihnen sprechen
Während weiter über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz diskutiert wird, treibt das Unternehmen Particle6 sein wohl bekanntestes Projekt voran. Die KI-Figur Tilly Norwood soll in den kommenden Tagen erstmals direkt mit der Öffentlichkeit sprechen. Unter dem Namen „Talking Tilly“ können Nutzer die digitale Schauspielerin per Video-Chat treffen und ihr Fragen stellen.
Wie Particle6 in einer aktuellen Mitteilung ankündigt, können sich Interessenten über eine E-Mail-Adresse auf der offiziellen Website für ein Gespräch anmelden. Das Unternehmen bewirbt die Aktion als „Tillys Pressetour“ und orientiert sich damit bewusst an klassischen PR-Kampagnen aus der Filmbranche.
Bislang war Tilly Norwood vor allem aus Demonstrationsvideos bekannt. Die KI-Figur trat unter anderem in einem kontrovers diskutierten Musikvideo auf. Darüber hinaus plant Particle6 nach eigenen Angaben einen Spielfilm mit ihr in der Hauptrolle.
Bei Talking Tilly handelt es sich nicht um einen klassischen Text-Chat. Nutzer sollen stattdessen direkt per Video mit der KI kommunizieren können. Laut Particle6 kann Tilly ihre Gesprächspartner sehen und auf deren Erscheinungsbild reagieren. So soll sie beispielsweise das Alter schätzen oder ein Outfit kommentieren können.
Das Unternehmen betont außerdem, dass die für Talking Tilly verwendete Künstliche Intelligenz von derjenigen getrennt sei, die für schauspielerische Darstellungen eingesetzt wird. Politische Themen, explizite Inhalte sowie sehr persönliche Fragen zu ihrem angeblichen Privatleben sollen hingegen nicht beantwortet werden.
Nach Angaben von Particle6 beherrscht Talking Tilly rund 30 Sprachen. Auf BILD-Nachfrage bestätigte das Unternehmen, dass Gespräche auch auf Deutsch möglich sein sollen.
Nach einem Gespräch erhalten Nutzer einen Video-Download ihrer Unterhaltung. Dieser darf beispielsweise in sozialen Netzwerken geteilt werden.
Teilnehmen dürfen ausschließlich Personen ab 18 Jahren. Particle6 empfiehlt, das Gespräch in einer ruhigen Umgebung zu führen, nach einer Frage zunächst abzuwarten und sich nicht weiter als einen Meter vom Bildschirm zu entfernen.
Laut Unternehmen werden die Videoaufnahmen für 24 Stunden gespeichert. Gesprächsprotokolle sollen für 18 Monate aufbewahrt werden.
Wer Talking Tilly ausprobieren möchte, kann das zunächst kostenlos tun. Die Gratis-Version ist allerdings auf zwei Minuten begrenzt.
Während eines gebuchten Gesprächs soll es laut Particle6 jederzeit möglich sein, die Unterhaltung zu pausieren und später fortzusetzen.
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