Preis-Tabelle - So viel Geld kostet die Maß auf dem Oktoberfest
München – Der einzige Trend, der immer nach oben geht, ist der Maß-Preis auf der Wiesn. Aber mal eine bierernste Frage: Warum sind dennoch etliche Wirte bescheidener beim Bierpreis als ihre Kollegen? Bis zu einem Euro ist der Unterschied in den Bierzelten. Liegt’s an der Größe des Zelts und dem Mehraufwand für die Security? Bis zu 90 Sicherheitsleute arbeiten in den großen Zelten in einer Schicht.
Beim Zustandekommen des Bierpreises auf dem Oktoberfest stößt man auf eine Mauer des Schweigens. Egal, wen man fragt, man erhält meist nur Schaum: Das sei die persönliche Sache des jeweiligen Kollegen, kein Kommentar!
Wirtesprecher Peter Inselkammer (56, Armbrustschützenzelt) zu BILD: „Jedes Wiesnzelt hat seine eigene Kostenstruktur – und die Wirte machen auf dieser Grundlage ihre Kalkulation. Weder die Wirte untereinander noch die Vereinigung der Wiesnwirte haben Einblicke in diese Kalkulation, diese ist schließlich ein Geschäftsgeheimnis.“
Inselkammer selbst gehört zusammen mit der Bräurosl und Löwenbräu zu den teuersten Zelten (je 15,90 Euro). An der Größe der Betriebe kann es nicht liegen. Augustiner, ein ähnlich großes Zelt, verlangt nur 14,90 Euro für die Maß. Dabei ist das Augustiner eines der beliebtesten Münchner Biere und wird sogar aus dem Holzfass verkauft.
Auch bei den kleineren Zelten auf dem diesjährigen Oktoberfest gibt es Wirte, die bis an die Höchstmarke gehen. Während Glöckle-Wirt, Goldener Hahn, Heinz Wurst- und Hühnerbraterei und Poschner die vollen 15,90 Euro ausschöpfen, gibt sich Manfred Schauer vom „Schichtl“ deutlich bescheidener: 14,90 Euro für die Maß Bier (Spaten-Franziskaner-Bräu).
Doch es scheint unter den Wirten einen Ehrenkodex zu geben, die Bierpreise der anderen nicht zu kommentieren. Schauer zu BILD: „Jeder der Betriebe hat seine eigene Kalkulation. Ich kümmere mich nicht um die anderen.“
Einer der wenigen, die über die Bierpreise sprechen, ist Manfred Kneifel, Wirt im „Volkssängerzelt Schützenlisl“. Er sagt zu BILD: „Natürlich haben auch wir mit deutlich gestiegenen Kosten in nahezu allen Bereichen zu kämpfen. Trotzdem wollten wir bei unseren Preisen nicht danach gehen, was maximal möglich ist, sondern danach, was wir für unsere Gäste und für die Oide Wiesn für angemessen halten.“
Es geht also doch: Kneifel hat den Bierpreis vom vergangenen Jahr beibehalten, nimmt bescheidene 14,90 Euro. Sein Motto: „A guade Maß und a guads Hendl miassn ned teurer sei, bloß weil Wiesn is“ (übers: gutes Bier und ein gutes Hendl müssen auch auf der Wiesn kein Vermögen kosten ).
Noch deutlicher als beim Bier sind die Preisunterschiede beim Wasser. Umgerechnet auf den Liter reicht die Spanne von 8 Euro (Fischbäda) bis 15,33 Euro (Kufflers Weinzelt). Christine da Silva (Kufflers Weinzelt) zu BILD: „Wir bieten Bad Brambacher Mineralwasser in der 0,75-Liter-Flasche an. Wiesnwirte-Kollegen verkaufen Wasser vom Hahn, das sie vor Ort im Zelt sprudeln, die Preise kann man also nicht 1:1 vergleichen.“
Das billigste Getränk auf der Wiesn ist immer noch das Leitungswasser aus den Trinkbrunnen bei den Toiletten.
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