Nach Malocher-Ansage - Die Wahrheit über Kölns XXL-Pause
Köln – Der Druck steigt. Vier Punkte aus vier Spielen sind sportlich kein Drama für den FC. Aber die FC-Baustellen sind riesig nach dem 1:2 in Hamburg. Köln ist schon wieder das schlechteste Standard-Team der Liga . Dazu gelang dem FC seit Januar kein Zu-Null-Spiel . Die Defensive taumelt. Trainer René Wagner (38) und die Bosse versprachen in der XXL-Länderspielpause vor dem Derby gegen Gladbach (11. Oktober), akkribisch daran zu arbeiten und die Schwächen abzustellen. Das wird in der Umsetzung aber schwierig...
Die Worte der Bosse klingen erstmal gut und beruhigend für die aufgebrachten Fans, die in Hamburg mit Pfiffen reagierten und seitdem in den sozialen Netzwerken toben. „In der Länderspielpause wird brutal gearbeitet“, sagte FC-Präsident Jörn Stobbe (60). Nicht die einzige Malocher-Ansage. Sport-Boss Thomas Kessler (40): „Ich habe viele Dinge gesehen, die mir gut gefallen haben und die mich auch entspannt in die Länderspielpause gehen lassen. Aber mit dem klaren Arbeitsauftrag, dass es einfach viele Themen gibt, an denen wir arbeiten müssen. Das werden wir in den nächsten Wochen tun.“
Die Wahrheit ist aber: Wagner kann in der Pause eigentlich so gut wie nichts verändern! Sein Fokus müsste angesichts der eklatanten Abwehrschwäche seiner Jungs (9 Gegentore nach 4 Spielen/4 Standard-Gegentore) schließlich auf der Defensiv- und Standard-Arbeit liegen. Die entscheidenden Spieler dafür sind in den kommenden Wochen gar nicht da oder verletzt!
Fakt: Die komplette Viererkette, die zuletzt gesetzt war und für wilde Aktionen gesorgt hatte, fehlt derzeit. Die Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey (20/U21 England) und Luka Lochoshvili (28/Georgien) sind wie Linksverteidiger Gideon Mensah (28/Ghana) auf Länderspielreisen. Rechtsverteidiger Alessio Castro-Montes (29) fällt außerdem mit einer Muskelverletzung aus. Dazu kann sich auch Rav van den Berg (22), Kölns 8-Mio.-Transfer aus der letzten Saison, nicht empfehlen. Er ist mit Hollands U21 unterwegs.
Heißt für Wagner: Die Abwehrspieler kehren teilweise erst am 7. Oktober zurück. Kölns Coach bleiben dann im Grunde nur drei Trainingseinheiten mit der kompletten Mannschaft vor dem so wichtigen Derby-Hit gegen die Borussia! Nicht wirklich viel Zeit, um die Brandherde zu löschen.
Damit nicht genug! Auch offensiv kann Wagner wenig ausprobieren. Mit Said El Mala (20) und Mikey Moore (19) kann Kölns neues Traum-Duo frühestens ab dem 5. Oktober wieder zusammen trainieren. Dass es auch bei den Star-Spielern noch Abstimmungsprobleme gibt und jede gemeinsame Trainingseinheit zählt, konnte man in Hamburg sehen. Beide standen sich oft nahezu auf den Füßen. „Die beiden haben gemeinsam noch Luft nach oben“, sagt auch Kessler.
Keine Frage: Diese Personal-Probleme haben andere Klubs auch. Aber Köln hat nun mal viel aufzuarbeiten, deshalb kommt die Pause zur Unzeit. Und während dem FC aktuell insgesamt neun Nationalspieler fehlen, sind es bei Gladbach nur sechs.
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