Halk TV: Türkei stellt Erdogan-kritischen TV-Sender unter Zwangsverwaltung
In der Türkei ist der TV-Sender Halk TV eigenen Angaben zufolge von der Regierung unter Zwangsverwaltung gestellt worden.
Internationale Politiker verurteilen den Fall.
In der Türkei ist der oppositionsnahe Sender Halk TV durchsucht und nach eigenen Angaben unter Zwangsverwaltung gestellt worden.
Hunderte Polizisten seien am Morgen in das Gebäude eingedrungen und hätten der Belegschaft den Zutritt zum Gebäude verwehrt, teilte der Sender auf seiner Webseite mit.
Im Zuge dessen sei die Sendung unterbrochen und der Kanal unter Zwangsverwaltung gestellt worden, hieß es.
Grund für die Razzia sei die Entscheidung eines Strafgerichts, die Unternehmen von Halk-TV-Vorstandschef Cafer Mahiroglu zu beschlagnahmen, berichtete die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Istanbul.
Im Rahmen der Ermittlungen wegen „Bestechung, Ausschreibungsbetrug und Geldwäsche“ seien 17 Personen zur Fahndung ausgeschrieben und elf von ihnen festgenommen worden.
Türkei: Vorstandschef bezeichnet Vorwürfe als haltlos Mahiroglu erklärte in einem Video auf X, alle Vorwürfe gegen ihn seien haltlos.
Er sagte, die Justiz als Waffe zu verwenden, sei der größte Schaden, der der Türkei zugefügt werden könne.
Oppositionsführer Özgür Özel von der Yeni Parti erklärte auf X, die Partei stehe an der Seite von Halk TV, der Pressefreiheit sowie der Angestellten und ihren Familien.
Eine Polizeirazzia bei einem Fernsehsender im Morgengrauen und die Einsetzung eines Zwangsverwalters seien Maßnahmen, „wie sie nur Diktatoren ergreifen würden“, schrieb Özel.
Die türkische Journalistengewerkschaft TGS verurteilte das Vorgehen ebenfalls und bezeichnete die Entscheidung als „willkürlich“.
Die Presse sei frei und dürfe nicht zensiert werden, schrieb die Gewerkschaft auf X.
SPD-Politiker: Zur Schau gestellte Justizwillkür Der Präsident der Deutsch-Türkischen Gesellschaft, Macit Karaahmetoglu, bezeichnete in einer Mitteilung die Übernahme des Senders durch einen Zwangsverwalter als „verheerenden Tiefschlag für die verbliebene Pressefreiheit in der Türkei“.
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