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Aufruf zu positivem Patriotismus: Seitenhieb gegen AfD: Jürgen Klopp will sich "Deutschlandfahne zurückholen"

n-tv ·
Aufruf zu positivem Patriotismus: Seitenhieb gegen AfD: Jürgen Klopp will sich "Deutschlandfahne zurückholen"

Nach der Vorstellung seines ersten DFB-Kaders in Rekordgröße steht Jürgen Klopp Rede und Antwort. Der Bundestrainer, eine neu designtes Deutschland-Kappe auf dem Kopf, blickt dabei auch über die Nationalmannschaft und den Fußball hinaus - so wie er es in seiner Karriere immer getan hat.

Diesmal sendet Klopp ein Signal für den Zusammenhalt in Deutschland und gegen Hetze von rechts. Auf eine authentisch wirkende, charismatische Art, wie Politiker es in diesem Land selten schaffen, hält er eine Art Grundsatzrede.

Auf eine Reporterfrage nach seiner Kappe antwortet Klopp, dass darin "ganz viele Botschaften stecken". Zwar sei es wichtig, wieder "Spaß zu haben an der ganzen Nummer", so der Bundestrainer. Aber es habe vor Kurzem auch "eine Wahl stattgefunden, die viele Leute ganz ok fanden, bei der aber auch viele dachten: 'Ach du lieber Himmel, was passiert denn da?'".

Ohne sie namentlich zu nennen, spricht Klopp über die AfD und deren Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt, wo der Landesverfassungsschutz die Partei als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hat. Dann sendet er doch noch einen Giftpfeil in Richtung der AfD, auch wenn er "das nicht zu groß machen" will und obwohl er nicht auf jeder Pressekonferenz politische Statements abgeben wolle, weil er bei diesen Themen nur "interessierter Laie" sei. In seiner Vergangenheit hatte er sich bereits mehrfach klar gegen Rechts ausgesprochen,

Klopp sagt: "Ich würde uns gerne die Fahne zurückholen. Da bin ich ganz ehrlich. Ich möchte, dass wenn jemand sie schwingt, niemand denkt: 'Was ist mit dir denn nicht in Ordnung?'. Sondern, dass man versteht: Du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, in diesem wundervollen Land geboren zu sein, aufgewachsen oder zugezogen bist."

Weiter geht es mit dem nächsten AfD-Seitenhieb. "Ich möchte Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen", erklärt Klopp. Er gibt aber auch ein Dilemma zu, das möglicherweise viele in Deutschland bewegt, dass er gar nicht wisse, ob er das "Wort überhaupt benutzen darf, ohne das es falsch verstanden wird". Also wolle er von "positivem Patriotismus" sprechen. Den Job des Bundestrainers auszufüllen, erfülle ihn täglich mit Stolz.

Anschließend sendet Klopp sogar noch eine Botschaft an die Politik und die Wählerschaft zugleich. Er vergleicht seine Kaderzusammenstellung mit der Situation in Deutschland und man solle einfach mal "gucken, was wir haben und nicht, was wir nicht haben". Diese Herangehensweise könne sicherlich nicht alle Probleme im Land lösen, sagt er, aber sie könne schon mal nützlich sein.

Wichtiger als der Sport sei natürlich, dass "wir Ärzte, Pflegepersonal und ganz viele Menschen in ganz vielen Berufen haben". Aber wenn etwa bei Weltmeisterschaften das ganze Land auf den Fußball und andere Sportarten schaue, dann könne der Sport dafür sorgen, "dass wir uns besser fühlen.

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