Ganzer Heizungskeller in einem Gerät: Diese Wärmepumpe passt in jede Wohnung
Wärmepumpen waren bisher vor allem etwas für Einfamilienhäuser oder Wohnblocks. Das Startup Heatpump23 aus Heilbronn hat nun eine kleine Wärmepumpe für einzelne Wohnungen entwickelt – als Ersatz für herkömmliche Gas-Etagenheizungen.
Knapp vier Millionen Etagenheizungen sind deutschlandweit im Einsatz. Viele von ihnen lassen sich nur schwer durch eine zentrale Wärmepumpe oder Fernwärme ersetzen, denn bei Eigentumswohnungen müsste sich die Eigentümergemeinschaft auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Außerdem müssten meist zentrale Heizungsrohre für alle Etagen nachgerüstet werden.
Das System von Heatpump23 lässt sich hingegen in Eigenregie installieren. Es besteht aus zwei Komponenten:
Innen- und Außeneinheit sind mit Leitungen verbunden und können bis zu 13 Meter Abstand voneinander haben. Dafür sind entsprechende Mauerdurchbrüche nötig.
Um die Inneneinheit so schrumpfen zu lassen, waren Kompromisse nötig. Ihr Warmwasserspeicher fasst nur 86 Liter statt der oft mehreren Hundert Liter einer klassischen Wärmepumpe. „Für einen Drei-Personen-Haushalt ist das aber ohne Komforteinbußen ausreichend“, sagt Barbunopulos. Außerdem gibt es keinen Pufferspeicher für die Heizung. Stattdessen komme eine „speziell für kleine Wärmemengen optimierte Regeltechnik“ zum Einsatz. Einstellen und warten lässt sich das System per App.
Es gibt die Wärmepumpe in zwei Versionen mit 2,8 und 6,9 Kilowatt Heizleistung. Das reicht für Wohnungen mit bis zu 100 Quadratmetern. Die maximale Vorlauftemperatur beträgt 55 Grad. Für Extremfälle ist noch ein zusätzlicher Heizstab mit 2 Kilowatt eingebaut. Die große Variante erreicht bei 55 Grad einen SCOP von 3,33 – mit einer Kilowattstunde Strom kann sie also gut drei Kilowattstunden Wärme erzeugen. Das liegt im Bereich klassischer Wärmepumpen. Die Betriebskosten liegen laut Anbieter rund 25 Prozent unter denen herkömmlicher Gasetagenheizungen. Die Installation erfolgt durch Partnerbetriebe und dauert rund zwei Tage. Inklusive Installation kosten die Geräte 18.000 bis 25.000 Euro brutto, abzüglich der Förderung .
Ein Fertigungspartner in Kaiserslautern stellt die Inneneinheit her, ein chinesischer Auftragsfertiger die Außeneinheit. In Heilbronn findet unter anderem die Qualitätskontrolle statt. Rund 15 Menschen arbeiten dort für das Startup. Finanziert wurde es durch Fördergelder und Investoren, unter anderem von der Landesbank Baden-Württemberg, dem Stuttgarter Klima-Innovationsfonds und den Campus Founders aus Heilbronn.
Ausgeliefert werden die Anlagen seit Anfang des Jahres – zunächst vor allem in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen, seit einigen Wochen auch in Hamburg. „Wir sind gerade dabei, den Dienst deutschlandweit auszurollen“, sagt Barbunopulos. Gezielt nach Installateuren suche man dabei nicht. „Die meisten melden sich aktiv bei uns, weil auch viele Endkunden nachfragen.“
Da das Kältemittel nur in der Außeneinheit zirkuliert, brauchen Installateur:innen keinen Kälteschein. Der Haken dabei: Beim Kältemittel handelt es sich um R32 (Difluormethan). Es hat ein fast 700-mal so großes Treibhauspotenzial wie CO₂. Ab 2027 dürfen Wärmepumpen mit R32 deshalb nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.
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