Letzter M mit Schaltgetriebe? : BMWs M3 Limousine ist immer noch Traum der Sportwagen-Fans
Wird mit dem aktuellen BMW M3 das Zeitalter der manuellen Schaltgetriebe ausgeläutet? Sicher weiß man es nicht. Sicher ist aber, dass das gelbe Biest verdammt viel Spaß bereitet. ntv.de war mit dem berühmten Reihensechszylinder unterwegs.
Wenn man das Internet mal auf den Kopf stellt und recherchiert, wie viele Neuwagen heute eigentlich noch manuell geschaltet werden müssen, kommt eine für ältere Autofahrer interessante Zahl heraus: lediglich 15 Prozent. Im Umkehrschluss sind also rund 85 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge mit nur noch zwei Pedalen ausgestattet.
Die Gründe liegen auf der Hand. Im Bereich der Hybride und Verbrenner hat längst das Doppelkupplungsgetriebe die Oberhand gewonnen. Ganz explizit übrigens auch bei Sportwagen. Auch der Elfer aus Stuttgart überlasst das Schalten in der Hauptsache dem Doppelkuppler - funktioniert einfach viel rasanter. Und an dieser Stelle wird es spannend, vor allem auch beim M3. Es gibt ihn nämlich noch mit Schaltgetriebe, und das ist anno 2026 definitiv eine Besonderheit.
Jetzt können die Techniker noch so oft mit schnelleren Rundenzeiten auf dem Track argumentieren, sobald die Maschine den Übersetzungswechsel übernimmt. Ja, mag alles sein. Aber das Fahrgerät selbst zu bedienen, darin besteht doch für viele Sportwagenenthusiasten genau der Reiz. Und diesen Reiz möchte BMW seinen Markenfans keinesfalls vorenthalten.
Doch wie lange wird das noch so sein? Dass ein Hersteller in diesen wilden automobilen Zeiten seine Karten nicht offen auf den Tisch legt, kann man sich denken. Immerhin geht die Tendenz dahin, dass auf Basis der künftigen Dreier-Verbrenner-Baureihe mit dem internen Kürzel G50 auch wieder ein klassischer M3 ohne massive Elektrifizierung zu erwarten ist. Ob es dann noch eine Variante mit Schaltgetriebe gibt? Oder vielleicht nur als teures Sondermodell in limitierter Stückzahl? Wundertüte.
Aktuell ist es jedenfalls so, dass die 480 PS starke Einstiegsversion ihr Moment per klassischem Sechsganggetriebe überträgt. Und ntv.de ist temporär unter die Sportwagen-Schalter-Enthusiasten gegangen, um nachzufühlen, mit welchem Motiv zumindest manche Zeitgenossen so sehr nach dieser Form der Kraftübertragung gieren.
Also einsteigen und erst mal schauen, wie der Schalthebel überhaupt in der Hand liegt. Bei BMW natürlich ergonomisch gut (die können es schon seit Jahrzehnten). Und vor allem witscht der Knüppel in knackiger Manier durch die kurzen Gassen - und das mit immer wieder frappierender Präzision, genau so muss es sein. Genug Trockenübung, jetzt wird der Prachtkerl namens S58 unter der gleich durch eine ganze Serie von Sicken muskulös ausgeformten Motorhaube gestartet.
Ganz alte Schule ist der Dreiliter-Reihensechszylinder natürlich nicht mehr. Die beiden Monoscroll-Turbolader sind für Hardcore-Fanboys schon Frevel, da müsste es natürlich eigentlich ein Sauger sein. Andererseits - spätestens, wenn bissige 550 Newtonmeter auf einem breit angelegten Plateau von 2200 bis 6130 Umdrehungen pro Minute für mächtigen Schub sorgen, wandelt sich die kulturpessimistisch-lange Miene in ein fröhliches Gesicht mit breitem Grinsen.
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