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Kultur

Aktuelle Untersuchung: Gastronomen haben Steuersenkung nicht an Kunden weitergegeben

Stern ·
Aktuelle Untersuchung: Gastronomen haben Steuersenkung nicht an Kunden weitergegeben

Die Bundesregierung hat die Mehrwertsteuer in der Gastro gesenkt, um Verbraucher zu entlasten.

Die Preissenkung kam bei ihnen nie an, zeigt eine Studie.

Aber das war nicht alles.

Die vier Milliarden Euro schwere Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie hat nach Ansicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ihr Ziel verfehlt.

Obwohl die Bundesregierung damit auch die Gäste entlasten wollte, wurde nur rund ein Prozent von mehr als 180.000 untersuchten Gerichten günstiger, wie aus einer Preisstudie und einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung der NGG hervorgeht.

Demnach nimmt zugleich der Frust beim Personal zu.

Bereits 71 Prozent hätten darüber nachgedacht, die Branche zu verlassen.

Der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler zog eine ernüchternde Bilanz: „Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen.“ Kritisch sei zudem, dass auch die Beschäftigten bisher nicht vom Steuergeschenk profitiert hätten.

Zeitler forderte einen Kurswechsel: „Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen bieten, statt den Acht-Stunden-Tag infrage zu stellen.“ Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Pflicht und will den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga) erhöhen.

Die NGG erlebe dort eine große Blockadehaltung bei Lohnerhöhungen, sagte Zeitler.

Preise stiegen eher in der Gastronomie Laut der Studie von Wmp Consult im Auftrag der NGG blieben 91 Prozent der Preise für die untersuchten Gerichte in über 12.000 Restaurants unverändert.

Rund acht Prozent der Gerichte verteuerten sich sogar, während nur ein Prozent günstiger wurde.

Besonders häufig verteuerten sich Bowls (14 Prozent), Schnitzel (11 Prozent) und Steaks (10 Prozent).

Im Durchschnitt stiegen die Preise um 0,5 Prozent.

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