Trainerin erklärt - Darum werden viele Hunde im Herbst unruhiger
Die Temperaturen sinken, die Blätter fallen von den Bäumen und Spaziergänge machen wieder mehr Spaß. Doch viele Hundehalter kennen auch die andere Seite des Herbstes: Der sonst entspannte Vierbeiner wirkt plötzlich wie ausgewechselt. Er reagiert stärker auf jeden Reiz, kommt schlechter zur Ruhe und scheint auf einmal deutlich mehr Energie zu haben.
Hundetrainerin Katharina Marioth erklärt: Der sogenannte „Herbst-Hibbel“ ist kein ungewöhnliches Verhalten. Tatsächlich bringen die kühleren Monate einige Veränderungen mit sich, die viele Hunde deutlich stärker wahrnehmen als ihre Menschen.
Während die Sommerhitze viele Hunde ausbremst, wirkt das kühlere Herbstwetter auf manche Tiere wie ein natürlicher Energie-Booster. Sie bewegen sich wieder lieber, sind aktiver und wirken dadurch oft unruhiger, berichtet PETBOOK .
Der Herbst ist für Hundenasen zudem eine besonders aufregende Zeit. Feuchte Luft und fallendes Laub sorgen dafür, dass Gerüche intensiver wahrgenommen werden. Gleichzeitig sind mehr Wildtiere unterwegs. Rehe, Wildschweine und andere Tiere hinterlassen zahlreiche Spuren, die für Hunde extrem spannend sind.
Auch die kürzeren Tage spielen eine Rolle. Viele Spaziergänge finden nun in der Dämmerung oder Dunkelheit statt. Neue Geräusche, andere Lichtverhältnisse und ungewohnte Gerüche können dazu führen, dass Hunde wachsamer und reizbarer werden.
Im Herbst arbeitet auch der Körper auf Hochtouren. Viele Hunde wechseln ihr Fell , was zusätzliche Energie kostet. Experten vermuten außerdem, dass hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen könnten. Manche Tiere wirken in dieser Zeit deshalb sensibler oder schneller überfordert.
Wenn Hunde plötzlich hibbelig werden, versuchen viele Besitzer, sie einfach stärker auszulasten. Es werden längere Spaziergänge gemacht, häufiger Bälle geworfen oder zusätzliche Action-Programme gestartet. Genau das kann allerdings nach hinten losgehen. Denn der Hund lernt dadurch: Auf Unruhe folgt noch mehr Aufregung. Stattdessen empfehlen Experten feste Strukturen, ausreichend Ruhephasen und gezielte Beschäftigung für den Kopf.
Besonders sinnvoll kann Nasenarbeit sein. Suchspiele, kleine Futterspuren oder ausgiebiges Schnüffeln lasten Hunde oft besser aus als stundenlanges Rennen. Auch Übungen zur Impulskontrolle können helfen. Dabei lernt der Hund , nicht jedem Reiz sofort nachzugeben. Gerade im Herbst, wenn überall spannende Gerüche und Wildspuren warten, kann das den Alltag deutlich entspannter machen.
Wichtig ist außerdem, dem Hund bewusste Ruhezeiten zu ermöglichen. Ein fester Liegeplatz, ruhige Routinen und klare Tagesabläufe helfen vielen Tieren dabei, leichter herunterzufahren.
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