Hippelig und hyperaktiv - Können Hunde auch ADHS haben?
Manche Hunde wirken ständig in Bewegung, reagieren extrem auf Reize und lassen sich nur schwer konzentrieren. Forschende haben nun untersucht, ob hinter solchen Verhaltensweisen ADHS-ähnliche Merkmale stecken. Neue Studien liefern dazu interessante Hinweise.
Forschende unterscheiden heute genauer zwischen Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen. Dazu entwickelte ein Team der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest den Fragebogen „ Dog ADHD and Functionality Rating Scale “ (DAFRS), den mehr als 1.000 Halter ausfüllten. Er soll ADHS-ähnliche Verhaltensweisen bei Hunden systematisch erfassen.
Impulsive Hunde reagieren häufig impulsiv auf Reize und haben Probleme , auf Belohnungen zu warten. Hyperaktive Tiere können selbst auf Kommando kaum stillsitzen, zappeln oder schießen plötzlich los . Aufmerksamkeitsstörungen zeigen sich vor allem im Training: Die Hunde lernen langsamer, lassen sich leicht ablenken und verlieren schneller den Fokus. Zudem fanden die Forschenden einen weiteren möglichen Hinweis: Häufiges Bellen oder Jaulen trat oft gemeinsam mit den Auffälligkeiten auf.
Eine 2025 veröffentlichte Studie mit 50 Familienhunden zeigte, dass Tiere mit höheren ADHS-Werten schlechtere Ergebnisse bei Selbstkontrollaufgaben erzielten. Der Zusammenhang verschwand jedoch bei Hunden mit fortgeschrittener Ausbildung. Gezieltes Training kann Defizite offenbar teilweise ausgleichen. Besonders Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität standen dabei mit schwächerer Selbstkontrolle in Verbindung.
Eine weitere Studie zeigte, dass Hunde mit stärkeren ADHS-ähnlichen Merkmalen zunächst größere Schwierigkeiten hatten, sich auf veränderte Aufgaben einzustellen. Nach ausreichend Schlaf verbesserten sich ihre Leistungen jedoch deutlich. Vor allem unruhige und leicht ablenkbare Tiere profitierten von Ruhephasen und wiederholtem Üben.
Für Halter bedeutet das: Klare Routinen, regelmäßiges Training, ausreichend Schlaf und gezielte Übungen zur Impulskontrolle können Hunden mit Konzentrationsproblemen helfen. Ob es sich tatsächlich um ein tierisches Gegenstück zu ADHS handelt, ist zwar noch nicht abschließend geklärt. Die Forschung zeigt aber, dass solche Verhaltensmuster heute deutlich besser erfasst und verstanden werden.
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