Alle Vertragsdetails mit DFB und Nike enthüllt - Millionen-Kredit für neue Frauen-Bundesliga
Kaum hat sich die neue Frauen-Bundesliga (FBL e.V.) unter ihrer Präsidentin Katharina Kiel (34) vom DFB selbständig gemacht, flatterte ihren 14 Vereine am Donnerstag aus der FBL-Zentrale in Frankfurt eine gute Nachricht ins Haus: die finanziellen Rahmenbedingungen aus den Verträgen mit dem DFB und dem Ballpartner Nike. BILD erfuhr aus Klubkreisen alle Details.
Durch Nachverhandlungen des FBL-Präsidiums wurde beim Grundlagenvertrag, der die Finanzflüsse zwischen DFB und FBL über die nächsten sieben Jahre (1. Juli 2027 bis 30. Juni 2034) regelt, ein deutlich besseres Ergebnis erzielt: Statt der ursprünglich insgesamt 10,5 Mio. Euro über sieben Jahre zahlt der DFB 26,9 Mio. Euro an die FBL – ein Plus von 156 Prozent!
Enthalten ist eine im Zusammenhang mit der Ballpartnerschaft mit Nike, ab 1. Januar 2027 neuer DFB-Ausrüster, ausgehandelte Aufbaufinanzierung von 750.000 Euro pro Saison über vier Jahre (insgesamt drei Mio.). Zusätzlich erhält die FBL 50 Prozent eines möglichen wirtschaftlichen Überschusses des jeweiligen DFB-Sonderhaushalts bei Endturnieren (WM, EM).
Zu den Verträgen, die vom DFB im Rahmen des gesonderten Pachtvertrags auf die FBL übergehen, gehört neben den TV-Rechten die Ballpartnerschaft mit Nike. Auch hier wurde durch Nachverhandlungen ein besseres Ergebnis erzielt: Statt einer Bindung bis 2033/34 läuft die Vereinbarung nur bis zum Saisonende 2030/31. Im Gegenzug wurde Nike ein sogenanntes Matching Offer Right (ein besseres Angebot eines Konkurrenten kann zu gleichen Bedingungen gekontert werden, um definitiv den Zuschlag zu erhalten) für die Ausschreibung zur Saison 2031/32 eingeräumt.
In den nächsten vier Spielzeiten zahlt Nike der FBL pro Saison 1,25 Mio. Euro, insgesamt also fünf Mio. Euro. Davon entfallen pro Spielzeit 500.000 Euro auf den Spielball sowie 750.000 Euro auf die erwähnte Aufbaufinanzierung über den DFB.
Zusätzlich stellt Nike der FBL eine flexible Kreditlinie von bis zu 15 Mio. Euro zu einem Zinssatz von 1,5 Prozent p.a. für die Aufbau- und Entwicklungsphase der neuen Frauen-Bundesliga zur Verfügung. Eine solche Partnerschaft ist schon die Männer-Bundesliga (vormals DFL) mit Adidas über ein Darlehen in Höhe von 100 Mio. Euro zu sehr guten Konditionen eingegangen.
Im Gegenzug verpflichtet sich die FBL gegenüber dem DFB, ab der Saison 2030/31 jährlich 100.000 Euro für den Masterplan Amateurfußball beizusteuern, insgesamt also 400.000 Euro. Und: Ebenfalls ab 2030/31 führen die 14 Klubs 1,5 Prozent ihrer Ticketerlöse an ihre jeweiligen Regional- und Landesverbände ab. Darüber hinaus wird jährlich ein Prozent der an die Klubs ausgeschütteten nationalen und internationalen TV-Einnahmen bzw. mindestens 50.000 Euro als Ausbildungsentschädigung an Klubs ausgeschüttet, die der FBL junge Spielerinnen liefern.
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