Norwegisches Königshaus - Prinzessin Astrid stirbt kurz nach König Harald
Oslo (Norwegen) – Es gibt Schicksalsschläge, die ein Land sprachlos machen. Gerade erst nahm Norwegen Abschied von seinem König. Am 9. September wurde König Harald (†89) zu Grabe getragen. Millionen Menschen verfolgten die bewegenden Bilder. An seiner Seite: seine große Schwester Prinzessin Astrid (94). Gebrechlich, gezeichnet von den vergangenen Monaten, aber fest entschlossen, ihrem Bruder die letzte Ehre zu erweisen. Jetzt ist sie ihm gefolgt.
Nur zwei Tage nach der Beerdigung des Monarchen meldet das norwegische Königshaus den nächsten traurigen Verlust: Prinzessin Astrid ist tot. Die Schwester des verstorbenen Königs starb friedlich im Alter von 94 Jahren.
In einer offiziellen Mitteilung des Hofes heißt es: „Seine Majestät der König hat mit großer Trauer die Nachricht vom Tod von Prinzessin Astrid aufgenommen. Die Prinzessin ist heute, Freitag, den 11. September, im Alter von 94 Jahren friedlich entschlafen.“
Eine Nachricht, die das Königshaus erneut erschüttert. Die Familie hatte noch gar nicht die Kraft gefunden, den Verlust von König Harald zu verarbeiten. Nun muss sie schon wieder Abschied nehmen. Astrid hatte in den vergangenen Monaten selbst mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im Mai musste sie wegen Herzinsuffizienz ins Rikshospitalet in Oslo eingeliefert werden. Ärzte setzten ihr einen vorübergehenden Herzschrittmacher ein. Auch später blieb ihr Gesundheitszustand angespannt.
Trotzdem mobilisierte die Prinzessin offenbar noch einmal alle Kräfte. Für ihren kleinen Bruder. Für den letzten gemeinsamen Weg. Als Norwegen von König Harald Abschied nahm, war Astrid dabei. Es war einer jener Momente, in denen Pflicht, Liebe und Familienbande stärker sind als jede körperliche Schwäche. Wer die Bilder sah, konnte ahnen, wie viel Kraft sie dieser Tag gekostet haben muss. Nun wirkt es, als hätte sie nach diesem letzten Dienst loslassen können.
Astrid und Harald verband mehr als nur das gemeinsame Königshaus. Sie waren Geschwister, Weggefährten und die letzten lebenden Kinder von König Olav V. (†87). Viele Jahrzehnte lang standen sie Seite an Seite. Gemeinsam erlebten sie politische Umbrüche, familiäre Glücksmomente und schwere Krisen. Jetzt endete ihre gemeinsame Geschichte nur 14 Tage und ein Staatsbegräbnis voneinander entfernt.
Für die Norweger ist das mehr als eine traurige Nachricht. Es ist das Ende einer Generation. Erst verliert das Land seinen König. Dann seine Schwester. Zurück bleibt die Hoffnung, dass die beiden Geschwister, die ein Leben lang verbunden waren, nun wieder vereint sind.
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