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Kultur

Jüdische Kultur: 100 Jahre Jüdische Gemeinden - Warnende Töne bei Feierstunde

Stern ·
Jüdische Kultur: 100 Jahre Jüdische Gemeinden - Warnende Töne bei Feierstunde

Bei der Feierstunde der Jüdischen Gemeinden in Sachsen warnen Redner vor wachsendem Antisemitismus - und rufen zu mehr Wachsamkeit auf.

Die Jüdischen Gemeinden in Sachsen haben zum 100-jährigen Bestehen ihres Landesverbandes Sorge vor wachsendem Antisemitismus zum Ausdruck gebracht.

Auf einer Feierstunde im Landtag waren viele nachdenkliche Töne zu hören.

Als erster Redner ergriff Landtagspräsident Alexander Dierks das Wort. „Die Geißel des Antisemitismus bleibt, und sie tritt sowohl in alter als auch neuer Gestalt in unserem Land, in Europa und auf der Welt auf.“ Man habe die Synagoge in Dresden in den vergangenen Jahren auch aufgrund steigender Sicherheitserfordernisse umbauen müssen.

Dierks: Jüdisches Leben wie selbstverständlich präsent machen „Wir dürfen uns nicht ausschließlich darauf beschränken, darüber zu sprechen, wie groß unsere Verantwortung ist mit Blick auf unsere fürchterliche Vergangenheit und das Schicksal von Jüdinnen und Juden, sondern wir müssen jüdisches Leben im Freistaat wie selbstverständlich miteinander präsent machen“, betonte der CDU -Politiker und sagte abschließend: „Wir sollten wachsam sein gegen Antisemitismus und gegen alle Bedrohungen, die unserer offenen Gesellschaft im Inneren wie im Äußeren ansonsten ausgesetzt sind.

Und wir sollten darüber nicht vergessen, lebensfroh zu sein und das Leben zu feiern.“ Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, zeigte sich erleichtert, dass es beim gegenwärtigen Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen mit mehr als 1.000 Veranstaltungen noch keinen antisemitischen Vorfall gab - „obwohl der Antisemitismus nicht nur in Sachsen oder in Deutschland, sondern auch in der ganzen Welt stark angestiegen ist“.

Holocaust-Überlebende Renate Aris hält bewegende Rede Danach trat die 91 Jahre alte Holocaust-Überlebende und gebürtige Dresdnerin Renate Aris ans Mikrofon und hielt eine berührende Rede mit vielen persönlichen Momenten.

Sie erinnerte etwa daran, dass Juden später in der NS-Zeit keine Haustiere halten durften. „Mein Bruder und ich hatten je ein kleines Kaninchen geschenkt bekommen.

Zwei Herren kamen, ließen sich die Tiere zeigen, nahmen sie vor unseren Augen in die Hand und mit einem Schlag töteten sie diese Kaninchen.

Das mussten unsere Kinderseelen ertragen.“ Juden konnten nach Luftangriffen auf Dresden Deportation entgehen „Kein Kind soll so etwas wieder erleben.

Niemand soll so etwas wieder erleben“, sagte Aris.

Am 13.

Februar 1945 - dem Tag der Zerstörung Dresdens - habe ihr Vater die Befehle zur Deportation in das KZ Theresienstadt abholen müssen. „Wir gehörten zum letzten Transport am 16.

Februar 1945.

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