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Riesige verbotszone: In Peking sind Drohnen jetzt illegal

Frankfurter Allgemeine Zeitung ·
Riesige verbotszone: In Peking sind Drohnen jetzt illegal

Von diesem Sonntag an gilt rund um Peking eine der striktesten und größten Flugverbotszonen der Welt. In einem Umkreis von 300 Kilometern rund um Peking sind vom 20. September an außer Linienflügen und Notfall- und Rettungseinsätzen fast alle Flugaktivitäten untersagt. Die Fläche entspricht rund vier Fünftel der Fläche Deutschlands oder nahezu der gesamten Fläche Italiens.

Für Privatleute in der chinesischen Hauptstadt heißt das, dass sie keine Drohnen mehr fliegen und diese nach einer Übergangsfrist nicht einmal mehr besitzen dürfen. In den sozialen Medien beschweren sich viele Nutzer über die strikte Regulierung.

Schon seit dem 1. Mai hatte Peking den Verkauf und die Vermietung von Drohnen im Pekinger Stadtgebiet verboten. Selbst Reisenden, die nur am Flughafen in Peking umsteigen, wird seitdem die Drohne abgenommen. Die neuen Regelungen gehen nun noch deutlich weiter. Der Umgang mit Drohnen innerhalb des Gebiets erinnert nun eher an den mit Waffen als wie bisher an den mit Tech-Spielzeugen oder Fotografenausrüstung. Sollte jemand bei illegalen Drohnenflügen erwischt werden, wird von diesem Sonntag an mindestens das Gerät konfisziert und eine Geldbuße fällig. Bei ernsthaften Verstößen ist aber auch eine Haft von fünf bis zehn Tagen möglich.

Auslöser dieses radikalen Schrittes war ein Pilot, der mit seinem Kleinflugzeug Ende Juni in einen Bankenturm mitten in Peking geflogen war und zuvor fast mit einem Linienflug kollidiert wäre. Die Bilder riefen zunächst Erinnerungen an den 11. September 2001 in den USA wach. Das Flugzeug war aber viel kleiner und die Wucht des Aufpralls viel geringer als bei dem Terroranschlag vor 25 Jahren. In dem Turm kam es nur zu geringen Schäden. Außer dem Piloten, laut Behördenangaben ein 66 Jahre alter Mann mit wiederkehrenden suizidalen Gedanken, kam niemand ums Leben, 13 Menschen wurden verletzt.

Der Pilot hatte zuvor aber viele Kilometer in einem der eigentlich am strengsten bewachten Lufträume der Welt zurücklegen können, ohne gestoppt worden zu sein. Der Bankenturm steht nur wenige Kilometer vom politischen Zentrum Pekings und dem Viertel Zhongnanhai entfernt, wo Staats- und Parteichef Xi Jinping und andere ranghohe Kader der Kommunistischen Partei wohnen. Deren Sicherheitsbedürfnis und das der vielen Militär- und Regierungseinrichtungen in der Stadt dürften der Hauptgrund für die neue Sicherheitszone sein.

Die Regelung stellt die Zukunft der sogenannten Niedrigflugwirtschaft infrage. Diese wurde noch zu Jahresbeginn im 15. Fünfjahresplan als eine der Industrien der Zukunft angesehen, die neues Wirtschaftswachstum bis zum Jahr 2030 bringen sollen. Peking galt bisher als wichtigster Standort der Branche, verlor diesen Titel aufgrund der Beschränkungen nun aber an die Tech-Metropole Shenzhen, wie es in einer Rangliste eines chinesischen Wirtschaftsmagazins heißt. In Shenzhen sind etwa Lieferungen von Essensbestellungen per Drohne eine beliebte Touristenattraktion, auch in Shanghai gibt es dieses Angebot.

Andere Unternehmen entwickeln etwa autonome, elektrisch angetriebene Flugtaxis.

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