Historischer Teppich: Restaurierung des kostbaren Croy-Teppichs gestartet
Das historische Textil ist hochempfindlich.
Es ist 470 Jahre alt.
Im Pommerschen Landesmuseum hat die Restaurierung des rund 470 Jahre alten und mehr als 30 Quadratmeter großen Croy-Teppichs begonnen.
Dazu musste das größte Exponat des Museums zunächst vollständig aufgerollt, gewendet und dann auf dem vorbereiteten Boden vorsichtig ausgebreitet werden.
Reinigen, dokumentieren, kartieren Zunächst wird bis spätestens Weihnachten die Rückseite des kostbaren Textils restauriert. „Die Rückseite ist deshalb spektakulär, weil man die sonst nicht sieht und weil sie natürlich eine andere Farbigkeit hat“, sagte Museumsdirektorin Ruth Slenczka.
Dazu gehörten unter anderem Reinigung, Dokumentierung und Kartierung.
Für die Restaurierung der wertvollen Vorseite wird derzeit eigens ein Tapisseriestuhl mit zwei Rollen angefertigt, an dem die Restauratoren dann von Januar an etwa ein halbes Jahr arbeiten und den Teppich vor- und zurückrollen können.
Teppichkunst aus dem 16.
Jahrhundert Nicht nur die Ausmaße sind beeindruckend, sondern auch die Geschichte des Stücks.
Geschaffen hat es Mitte der 1550er Jahre der Teppichwirker Peter Heyman, der eine große Werkstatt im Stettiner Schloss leitete.
Auftraggeber war der Herzog Philipp I. von Pommern, der in einer Gruppe pommerscher Fürsten auch selbst auf dem Teppich zu sehen ist.
Möglicherweise war der Teppich als Geschenk für Johann Friedrich den Großmütigen von Sachsen gedacht und verblieb nur deshalb in Pommern, weil dieser 1554 starb.
Der Teppich zeigt das Bekenntnis des pommerschen Fürstenhauses zur Reformation.
Nicht der Kaiser, sondern Martin Luther ist auf der Kanzel als höchste Autorität dargestellt.
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